Zollernalbkreis

Eine Leitstelle vor Ort ist wichtig

von Gert Ungureanu

Zollernalbkreis - Die neugefasste Leitstellenvereinbarung regelt Einrichtung und Betrieb der Integrierten Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst im Kreis. Am Dienstag ist er von Landrat Günther-Martin Pauli und dem DRK-Vorsitzenden Heiko Lebherz unterzeichnet worden.

Unter anderem sieht der Vertrag vor, dass sich der DRK-Kreisverband und der Zollernalbkreis in Zukunft die Kosten für das digitale Alarmierungsnetz teilen. Rund 800.000 Euro kostet die Modernisierung, die jährlichen Kosten liegen bei 50.000 bis 60.000 Euro. Das DRK rechnet die Kosten mit den Kostenträgern, sprich, den Krankenkassen, ab. Darüber hinaus geht es in der Vereinbarung um Regelungen zur technischen Einrichtung, zu Personal- und Haftungsfragen.

Einen Leitstellenvertrag habe es schon seit längerem gegeben, sagte Lebherz. Es sei wichtig gewesen, den Vertrag zu überarbeiten und die Zusammenarbeit der "nichtpolizeilichen Leitstelle" nach außen zu festigen. Denn, so Lebherz, es gebe zurzeit Bestrebungen, Regionalleitstellen einzurichten.

"Zukunftsfähiges System"

Aber eine Leitstelle vor Ort sei allein schon wegen der Ortskenntnis wichtig: "Bei Großereignissen wie einer Hochwasserkatastrophe muss die Kommandozentrale weiterhin im Kreis bleiben." Vor Ort kenne man die Stärken und Schwächen im Landkreis am besten. Und: Bei autarken Leitstellen falle im Zweifelsfall eine Leitstelle mal aus, "aber nicht ganz Baden-Württemberg".

Nebenbei habe sich herausgestellt, dass eine Regionalleitstelle teurer sei als die Leitstellen vor Ort, bemerkte Lebherz. Und: Der Zollernalbkreis habe derzeit eines der modernsten Alarmierungsnetze überhaupt. Die digitale Alarmierung erfolgt als Volltextnachricht. Zusätzlich gibt es auch die Alarmierung per SMS: "Aber das Telefonnetz steigt in Orten wie Ratshausen bei Hochwasser schnell aus." Derzeit werde aufgrund der neuen Datenschutzverordnungen an der Verschlüsselung gearbeitet.

Es sei sinnvoll, dass das DRK die neue Technik mit nutzen könne, sagte der Erste Landesbeamte Matthias Frankenberg, der innerhalb der Kreisverwaltung auch für Feuerwehren und Katastrophenschutz zuständig ist: "Es ist ein Gesamtsystem, das uns zukunftsfähig macht." Das Gleiche betonte auch Landrat Pauli: Er sei zufrieden und stolz über die Kooperation mit dem DRK, sagte er. Nach dem "Vier-Augen-Prinzip" werde jetzt auf Augenhöhe verhandelt: "Das Ergebnis ist für beide Seiten gut", betonte Pauli.

Die neue Technik ermöglicht es unter anderem, alle verfügbaren Fahrzeuge in Echtzeit zu orten und automatisch zu disponieren – und das kreisübergreifend, denn an die benachbarten Leitstellen können die Aufträge direkt übermittelt werden.