Zollernalb

Bei Stromausfall gibt es Probleme

von Gert Ungureanu

Zollernalbkreis - Seit 2014 gehen im Zollernalbkreis die Notrufe digital ein. Aber das neue, absolut abhörsichere System hat Schwachstellen. Unter anderem gibt es Probleme, wenn der Strom für längere Zeit ausfällt. Das soll jetzt anders werden.

Für Reparaturen an dem "Master-DAU", dem Alarmumsetzer für die digitale Alarmierung, sowie für die Installation einer Notstromversorgung investiert der Landkreis außerplanmäßig 25 000 Euro.

Der "Master-DAU" ist auf dem Brecherwerk der Firma Holcim auf dem Plettenberg installiert. Von dort ist er über Richtfunk mit der Rettungsleitstelle in Balingen verbunden. Das Problem: Die Firma Holcim versorgt das Brecherwerk über ein unterirdisches Kabel mit Strom, und als am 4. Juli der Strom für zwei Tage ausfiel, waren auch die Anlagen der digitalen Alarmierung betroffen. Letztere werden zwar bei Stromausfall über einen Akku mit Notstrom versorgt, aber die Kapazität reicht bei längeren Ausfällen nicht aus. Vorübergehend stellten die Stadtwerke ein Notstromaggregat zur Verfügung.

Um die Anlage auch bei längeren Stromausfällen betreiben zu können, hat die Kreisverwaltung die Firmen Selectric und EDF um ein Angebot für eine Notstromversorgung gebeten. Zunächst war vorgeschlagen worden, stärkere Akkus einzubauen. Aber auch die stärkeren Batterien könnten – so die Einschätzung von Selectric und EDF – einen zweitägigen Stromausfall nicht überbrücken.

Daher soll jetzt ein Notstromaggregat für unterbrechungsfreie Stromversorgung sorgen; dazu sind Installationen, Verkabelung, bessere Absicherung und Unterverteilung erforderlich.

Versorgt werden dann über das Notstromaggregat der Betriebsraum, die digitale Alarmierung sowie der Richt- und Gleichwellenfunk. So können alle Anlagen auch bei längerem Stromausfall betrieben werden.

Aber die Stromversorgung ist nicht das einzige Problem: Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass die Klimaanlage, die für die Kühlung des "Master-DAU" erforderlich ist, nicht mehr einwandfrei funktioniert und ausgetauscht werden muss. Darüber hinaus arbeitet auch der Richtfunk nicht mehr stabil. Folglich soll gleichzeitig mit dem Einbau der Notfallversorgung auch der Richtfunk neu justiert werden.

Für das Gesamtpaket rechnen die mit der Technik betrauten Firmen mit Kosten von rund 38 000 Euro. Davon muss der Landkreis 25 000 Euro außerplanmäßig finanzieren. In der Summe mit berücksichtigt sind auch die Kosten für den Einsatz eines Hubsteigers.