Zimmern

Party-Exzess oder falscher Alarm?

von Natascha Kübler

Zimmern-Flözlingen - Eine Anzeige ist Resultat einer vermeintlich harmlosen Party von Jugendlichen zur Jahreswende. Doch was ist passiert? Fest steht: Am Neujahrsmorgen geht bei der Polizei eine Beschwerde über Lärm in Flözlingen ein. Alles Weitere ist Hörensagen.

Die Anwohnerin, die auch die Anzeige erstattet hat, schildert schwarzwaelder-bote.de die Ereignisse so:

So schildert die Anwohnerin den Sachverhalt

Es ist Silvesternacht in Flözlingen. Die Anwohnerin, die namentlich nicht genannt werden will, verbringt den Abend alleine zuhause. Kurz vor Mitternacht hört sie den ersten Krach, „als hätte jemand Bomben geschmissen“. Ein Blick nach draußen erklärt, woher der Lärm stammt: Junge Erwachsene, die im Feuerwehrhaus eine Party feiern, werfen Böller in Richtung ihres Hauses. Die Nacht geht trotzdem rum. Am Morgen ist die Party jedoch nicht vorbei. Als die Frau um zehn Uhr mit ihrem Hund draußen ist, sind die jungen Erwachsenen immer noch da. Sie rufen ihr Beschimpfungen zu, einer steckt sich den Finger in den Hals und übergibt sich. Ein anderer zieht die Hose runter und uriniert in ihre Richtung. Die Nachbarin der Anzeigeerstatterin ist zu diesem Zeitpunkt ebenfalls vor dem Haus. Die beiden Frauen entscheiden, wegen des anhaltenden Lärms die Polizei zu rufen. Nach mehr als zwei Stunden und taucht diese dann auf. Ein Beamter schaut bei den jungen Erwachsenen kurz rein, kommt wieder raus und will davonfahren. Die Frauen sprechen ihn an. Daraufhin meint der Polizist, dass die jungen Erwachsenen friedlich im Gebäude säßen und ihm die Anwohnerin nicht länger „auf den Sack gehen solle“. Dann fährt er davon. Tage nach der Anzeigenaufnahme entschuldigt sich der Beamte für seine Wortwahl - so berichtet es die Anwohnerin.

Ein junger Mann schildert seine Version

Das ist also die Geschichte, wie sie sich aus Sicht der Anzeigerstatterin und ihrer Nachbarin zugetragen hat. Polizei und junge Erwachsene sehen das Ganze etwas anders: „Das ist alles völlig überzogen“, betont Marc Schwab, einer der Feiernden. Sein Vater ist Gesamtkommandant der Feuerwehr Zimmern. Es sei eine Frechheit, was die Anwohnerin da „abzieht“, sagt er. Weder hätte die Gruppe Böller gehabt, noch hätte einer von ihnen sich extra vor der Frau entblößt. „Das ist alles ein Witz“, meint er. Ein Kumpel habe in der Tat draußen uriniert. Das habe jedoch nicht den Zweck gehabt, die Anwohnerin zu erschrecken. Das WC sei einfach gerade besetzt gewesen. Und am Morgen hätte die Gruppe auch nicht mehr gefeiert, sondern sei lediglich am Aufräumen gewesen.

Perspektive der Polizei

Die Polizei gibt wiederum die Auskunft: Die Damen hätten sich mehrfach gemeldet, wobei es anscheinend gar keine Ruhestörung mehr gegeben hätte - so Polizeipressesprecher Dieter Popp. Den eingesetzten Polizisten, über den sich die Frauen beschweren, kenne er indes als sehr besonnen. Und die Anwohnerinnen hätten sich laut Einsatzprotokoll selbst ziemlich unflätig geäußert.