Wolfach

Städte feiern 35 Jahre Freundschaft

von Katharina Beule

Seit 35 Jahren besteht die Städtepartnerschaft zwischen Wolfach und Cavalaire-sur-Mer bereits – und hat seitdem viele persönliche Freundschaften geschaffen. Beim Empfang im Rathaus haben die beiden Bürgermeister diese Freundschaft erneuert.

Wolfach. Als vor 35 Jahren erstmals die Partnerschaftsurkunden unterschrieben wurden, habe wohl keiner der Beteiligten daran gedacht, dass die beiden Städte auch heute noch eine so enge Freundschaft verbindet, sagte Cavalaires Bürgermeister Philippe Léonelli beim Empfang im Blauen Salon. Und diese Verbundenheit habe sich mit jedem Jahr noch verstärkt. Die Delegation aus Frankreich sei herzlich in Wolfach empfangen worden – wenn auch nicht vom Wetter. "Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in Cavalaire, wo die Sonne 320 Tage im Jahr scheint", lud er mit einem Augenzwinkern ein.

Bürgermeister Thomas Geppert blickte in seiner Rede zurück auf die Anfänge der Partnerschaft. Bei seinem vergangenen Besuch in Südfrankreich habe er den "Gründervater" der Partnerschaft auf Seiten der Franzosen, Ben Benkhedda, noch persönlich besucht. "Es war merklich zu spüren, dass ihm die gelebte Freundschaft am Herzen lag", so Geppert.

Verständnis zwischen Kulturen stärken

Auch an Walter Schmider vom Wolfacher Partnerschaftskomitee und die Organisatoren hinter den Kulissen richtete er Worte des Danks.

Sylvie Gauthier, Vorsitzende des Ausschusses für Städtepartnerschaft in Cavalaire, dachte ebenfalls zurück an Benkhedda, dessen Tochter Mia Bartsch sich unter den Gästen befand. "Aus der Partnerschaft entwickelte sich schnell Freundschaft", sagte sie. In diesem Jahr seien 14 neue Gäste aus Südfrankreich angereist. "Das haben wir heute den Gründern zu verdanken. Sie sind die Architekten der Städtepartnerschaft", so Gauthier.

Um die Freundschaft zwischen Cavalaire und Wolfach zu erneuern und zu bekräftigen, unterzeichneten die Bürgermeister die Partnerschaftsurkunden neu. "Möge sich die Partnerschaft in zahlreichen Beziehungen und persönlichen Freundschaften erhalten und zum gegenseitigen Verständnis zwischen unseren Ländern und Kulturen beitragen" ist darin zu lesen.

Im Anschluss nahm Cavalaires Bürgermeister seinem Amtskollegen zwei Zusagen ab. Er erinnerte Geppert an das Versprechen, beim "Marathon du Golfe de Saint-Tropez" im kommenden Jahr mitzulaufen. Ob des Nachwuchses hatte Geppert die Teilnahme abgesagt. "Ich habe es befürchtet", scherzte Geppert, sagte seine Teilnahme sodann aber zu. Dafür gab’s direkt das passende Trikot.

Gäste verbringen drei Tage im Kinzigtal

Zudem schlug Léonelli vor, ein Bierfest in Cavalaire zu veranstalten – mit Hilfe der Freunde aus Deutschland. "Das bekommen wir auf jeden Fall hin", so Geppert.

Noch während der Ansprachen der Bürgermeister ploppten die ersten Sektkorken und ein amüsiertes Raunen ging durch die Reihen der Gäste. Mit einem Umtrunk wurde auf die Erneuerung der Freundschaft angestoßen.

Die 35 Gäste aus der Südfranzösischen Partnerstadt verbrachten drei Tage in Wolfach. Am Ankunftstag ging es zunächst zum Äckerhof, wo das Wiedersehen gefeiert wurde. Am Mittwoch standen eine Rundfahrt durch die Ortsteile und ein Abstecher ins Freilichtmuseum Vogtsbauernhof auf dem Tagesplan, bevor es am Abend zum Empfang in Wolfachs "gute Stube" ging. Am Donnerstag traten die Gäste die Heimreise an.

1984 begründeten die damaligen Bürgermeister Hans-Peter Züfle und Louis Foucher die Partnerschaft zwischen Wolfach und Cavalaire. "35 Jahre sind schnell vorüber gegangen", resümierte Walter Schmider. "Und es kommt so viel zurück", betonte er. Vor allem die Herzlichkeit der Franzosen beeindrucke ihn.