Wolfach

Haiti-Verein vom Sturm in Atem gehalten

von Klaus Bea

Umfangreich ist Rechenschaft bei der Hauptversammlung des Vereins "Pwojè men kontre Haiti–Deutschland" abgelegt worden. Im Fokus standen neben den Finanzen und Tätigkeitsberichten auch die Vorstandswahlen.

Wolfach . Die Studenten der Hochschulgruppe EWB vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) nahmen ebenso daran teil. Sie brachen zwar am Montag nach Haiti zur Arbeit auf, gaben am Samstagnachmittag jedoch im Wolfacher Gemeindehaus St. Laurentius Einblicke über die bisherigen Bauprojekte und weiteren Planungen.

Bei Ingrid Bräutigams Kassenbericht, der vom Prüfer Gerhard Hansert als "super Leistung" bestätigt wurde, erläuterte die Vorsitzende Anke Brügmann, dass jeden Monat 30 000 Euro nach Haiti überwiesen werden. Danach wurde der gesamte Vorstand einstimmig entlastet.

Auch Neuwahlen standen im Anschluss an. Dabei wurde dem bisherigen Vorstand wieder das Vertrauen gegeben (siehe Info). Die anwesenden Besucher staunten nicht schlecht, als mittendrin eine Internetverbindung mit dem Waisennhaus zustande kam und via Live-Chat sogar ein Lied von den Kindern zu hören war.

Wegen bürokratischer Hürden hatte der Verein 2017 ein kleines Problem: Weil die Folgen des Wirbelsturms, der vor Ort 100 Häuser zerstörte und einige Opfer hervorrief, die Helfer anderweitig in Atem hielten, waren die Mitglieder mit Berichten in Vollzug geraten. Sie mussten diese nachreichen. Allerdings war ihnen währenddessen der Status als Hilfsorganisation von den haitianischen Behörden aberkannt worden. Laut Brügmann sieht aber alles danach aus, dass mit den nachgereichten Papieren dem Verein dieses Prädikat wieder verliehen wird.

Beisitzer Lutz Diedrichs teilte mit, was in Deutschland geschehen war. Er freute sich darüber, dass in 15 Schulen in Deutschland 30 000 Euro unter dem Motto "Kinder für Kinder in Haiti" zusammengebracht wurden. Er bedankte sich bei den Firmen und allen Spendern, die beigetragen hatten, die Projekte in Haiti finanziell zu unterstützen.

Brügmann berichtete über ihre Arbeit mit Team in Haiti, mit eindrucksvollen Bildern über teils schockierende Verhältnisse in diesem Land. Grund dafür war der wütende "Zyklon", der auch das Waisenhaus und die Schule in Mitleidenschaft. Das Waisenhaus mit Schulen und Landwirtschaft, die der Verein fördert, ist mit Abstand der größte Arbeitgeber der Stadt Beaumont. 64 Mitarbeiter, darunter 43 Frauen, haben Anstellung, wovon fünf ehemalige Waisenkinder sind.

Vorsitzende Anke Brügmann aus Wolfach, Stellvertreterin Sigrid Fridrich aus Stuttgart, Kassier Ingrid Bräutigam aus Wolfach, Schriftführer Stefan Willeitner aus Pfedelbach (bei Heilbronn), die Kassenprüfer Gerhard Hansert aus Hausach und Werner Echle aus Wolfach sowie die Beisitzer Gerd Brügmann (Rottenburg), Lutz Diedrichs (Wolfach), Jörg Wulle (Tübingen) und Gabriele Kinle (Mühlheim)