Wintersport

Marienkäfer soll in Südkorea Glück bringen

von Gunter Wiedemann

Samstag, 11 Uhr, Feldberg: Jana Fischer (SC Löffingen) geht ans Telefon. "Wir können uns nach dem Rennen treffen", schaut die 18-jährige Bräunlingerin erst einmal zu, wie die Italienerin Michela Moioli den Weltcup-Snowboardcross dominiert.

"Sie ist einfach derzeit eine Klasse für sich", ist Fischer von der Weltcup-Gesamtführenden begeistert, während Moioli – später auch Gewinnerin des Sonntagrennens – für ihren überlegenen Sieg geehrt wird.

Dagegen läuft es für die Olympia-Starterin beim Heimspiel unterhalb des höchsten Schwarzwald-Gipfels nicht gut. "Blöde Fehler" in der Qualifikation bringen die Schülerin des Skiinternats von Oberstdorf um den Einzug in die Heats. Am Ende springen zwei 25. Ränge heraus. "Das habe ich mir natürlich anders vorgestellt", wird Jana Fischer nun bei den Winterspielen in Pyeongchang alles daran setzen, um das Ticket für die K.o.-Läufe zu lösen. "Das ist mein großes Ziel in Südkorea."

Dabei hatte die Abiturientin im Herbst niemals damit gerechnet, dass sie am Mittwoch im Olympia-Flieger nach Asien sitzen würde. Locker, ohne Druck – so ging Fischer in ihren ersten kompletten Weltcup-Winter. Nach zwei 16. Plätzen war die Nominierung für Pyeongchang aber schon in Reichweite, bevor die Bräunlingerin Mitte Januar mit einem achten Rang in Erzurum (Türkei) die letzten Zweifel an ihrer Teilnahme beseitigte. "Ich möchte in Südkorea einfach eine schöne Zeit haben, viel lernen und eben die Heats erreichen", lässt sich Fischer einfach überraschen, was sie in Pyeongchang erwartet.

Gepackt hat die 18-Jährige noch nicht, doch sicher ist, dass nicht nur Schulbücher ("Es steht ja bald das Abitur an. Deshalb muss ich auch in Südkorea etwas lernen.") einen Platz in den Koffern finden werden. "Und natürlich nehme ich auch meinen Glücksbringer mit", denkt Jana Fischer an das Marienkäfer-Stofftier, das ihr ein früherer Trainer geschenkt hat.

Unterstützung wird die Snowboardcrosserin auch von ihrer Familie erfahren. "Meine Mutter und meine Großeltern – mein Opa ist 83 Jahre alt – fliegen auch nach Südkorea", hofft Jana Fischer, dass sie nach ihrem Einsatz (16. Februar) viel Zeit mit ihren Angehörigen verbringen kann.

"Und natürlich möchte ich mir auch möglichst viele andere Sportarten anschauen. Zuvor bin ich aber echt gespannt auf die Eröffnungsfeier. Das wird bestimmt genial", fiebert die Vize-Nachwuchsweltmeisterin nun dem Abflug nach Südkorea entgegen.