Wildberg

Tablets halten im Kindergarten-Alltag Einzug

von Sabine Stadler

Künftig sind alle Gruppen der Kita Wächtersberg mit Tablet-Computern ausgestattet. Die Bildungsarbeit wird dadurch um ein neues Arbeitsmittel erweitert, das mit sinnlichen Erfahrungen zur Entwicklung der Kinder nicht nur im sprachlichen Bereich beitragen soll.

Wildberg. Die rasante Entwicklung im Bereich der Digitalisierung macht auch vor dem Kindergarten Wächtersberg in Wildberg nicht Halt. Für die Medienbildung wurden die Ziele zur Bildungsarbeit mit modernen Medien definiert. Auf der von Kindergartenleiterin Conny Röder-Ehinger vorgelegten Zielsetzungsliste stehen dabei sinnliche Erfahrungen in einer geborgenen Atmosphäre ebenso im Vordergrund wie der Einsatz elektronischer Geräte als Arbeitsmittel, mit denen Wissen erlangt oder Produktives gestaltet werden kann. Dabei soll die Mediennutzung auch der Erweiterung von Sprachverständnis und Sprechverhalten dienen. Vorstellungskraft und Fantasie werden gestärkt, und den Kindern wird gleichzeitig die Welt nähergebracht. Sie erlernen den eigenverantwortlichen Umgang mit elektronischen Medien, nicht zuletzt durch die zeitliche Begrenzung mittels Sanduhr.

Die Freude bei den Kindern im Kindergarten Wächtersberg war groß: Besuch hatte sich angekündigt, und es sollte eine Überraschung geben. Die gelang den Gästen von Allkauf, die auf Initiative von Nadine Lienemann, Mutter eines Kita-Kindes, für die Einrichtung der evangelischen Kirche zwei Tablet-Computer mitbrachten und den Kindern zum Geschenk machten.

Der Kindergarten Wächtersberg wird zurzeit von 60 Kindern besucht, die in drei Gruppen aufgeteilt sind und von viereinhalb ausgebildeten Fachkräften betreut werden. Ab Herbst soll eine weitere Gruppe eingerichtet werden.

Ein Tablet-Computer war in der Einrichtung bereits im Einsatz. Damit haben die Kinder in den vergangenen Wochen interessante Erfahrungen gesammelt, wie beispielweise das Fotografieren von Regenwürmern. Auch bei der Suche nach der Anzahl der Beine von Marienkäfern sind die Geräte behilflich. "Allerdings", so die Kindergartenleiterin, "haben die Kinder keinen Internetzugang – nur wenn eine Betreuungskraft mitwirkt."

Pfarrer Michael Frey war seitens des Trägers der Kindertagesstätte mit dabei, als die Kleinen den Umgang mit den Geräten zeigten und auch ihre Vorgehensweise erklärten. Vorher hatten sie gemeinsam gemalt und aus Knetgummi Schnecken gebastelt. Diese konnten sie mit den Tablets vergrößern und fotografieren. Aus den Bildern lassen sich mit einem speziellen Programm auch Filme zusammenstellen.

Im Vordergrund steht für Conny Röder-Ehinger der Spaß am spielerischen Umgang mit einem Tablet-Computer und das "Begreifen durch Greifen". Auch die Förderung des technischen Verständnisses und die kreative Betätigung sind mit diesen Medien gegeben. Die moderne Medienwelt soll dabei digital unterstützen und die Kinder spielerisch an diese Thematik heranführen.