Wildberg

Flugtag mit 3000 Zuschauern

von Uwe Priestersbach

Die Mischung macht’s: Rund 3000 Zuschauer erlebten auf dem Wildberger Wächtersberg eine rasante Flugschau mit etlichen Highlights. Doch auch die Liebhaber von vier- und zweirädrigen Oldtimern kamen auf ihre Kosten.

Wildberg. Für Flugbegeisterte aus der Region sind die Flugtage der Flugsportvereinigung Wächtersberg ohnehin ein Muss. Bereits im Jahr 1750 wurde der erste Flugversuch auf dem Wildberger Wächtersberg historisch dokumentiert – damals kullerte der Müller Schweikart allerdings noch den Berg hinunter und verletzte sich.

Ganz anders am Wochenende beim Flugtag auf dem Wächtersberg, der schon seit Ende der 50er-Jahre im zweijährigen Turnus über die Bühne geht. So wurde am Sonntag drei Stunden lang Action mit Kunstflügen geboten. FSV-Pressewart Armin Klos betonte anschließend: "Das war ein toller Flugtag – so einen Andrang bei den Rundflügen habe ich noch nicht erlebt". So waren zwei viersitzige Flugzeuge und ein Hubschrauber im Einsatz, und trotzdem mussten die Veranstalter am frühen Nachmittag bekannt geben, dass alle Rundflüge ausgebucht waren.

Groß geschrieben wird bei den Flugtagen in Wildberg vor allem die Sicherheit der Besucher. Ohnehin werden die Auflagen durch das Regierungspräsidium Karlsruhe immer schärfer, wie der FSV-Vorsitzende Christian Hentschel mit Blick auf die fast 50 Seiten starke Genehmigung des Flugtages anmerkte. Von einer "wundervollen Veranstaltung", sprach Bürgermeister Ulrich Bünger in seinem Grußwort. Er dankte den FSV-Mitgliedern, dass sie "diesen großen Aufwand nicht scheuen".

Einen gelungenen Auftakt bildete die Ankunft der Fallschirmspringer des FSC Calw, die in rund 4000 Metern Höhe aus der Pilatus Turbo Porter, der Mutter aller Absetzmaschinen, abgesetzt wurden. Auf dem Programm standen auch Tandemsprünge. Zu den mutigen Teilnehmerinnen zählte auch Christina Rapti. "Es war die Erfahrung wert und es stand einfach noch auf meiner To—do-Liste", lautete ihr Kommentar nach der Landung.

Zu den Highlights des Flugtages zählte außerdem der spektakuläre Überflug der Mustang P51 von Wilhelm Heinz aus Albstadt, der mit dem amerikanischen Begleitschutzflugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Wächtersberg allerdings nicht landen konnte, weil die Piste für die über 800 Stundenkilometer schnelle "Louisiana Kid" zu kurz ist. "Die hat schon einen tollen Sound", fand Armin Klos mit Blick auf den 1600 PS starken V12-Motor.

Das älteste Fahrzeug ist ein Horch aus dem Jahr 1932

Kunstflug von Feinsten präsentierte FSV-Mitglied Manuel Dürr, der ansonsten eine Boeing 767 fliegt, mit der Christen Eagle, einem zweisitzigen Doppeldecker mit sechs Metern Spannweite, der es bei seinen Kunstflügen auf 300 Stundenkilometer bringt. Doch auch die Lokalmatadoren der Flugsportvereinigung konnten am Wochenende ihr Können unter Beweis stellen. So präsentierte Patrick Hagel mit dem Schulflugzeug ASK21 Kunstflug-Figuren.

Auf dem von der Wildberger Stadtkapelle musikalisch umrahmten Programm stand erneut ein Oldtimertreffen mit historischen Autos, Traktoren und Motorrädern. Dabei konnte Roland Reinhardt, Chef des Oldtimerteams auf dem Wächtersberg, rund 300 historische Fahrzeuge begrüßen – was neuer Rekord war. "Das hat sich richtig gut etabliert und wächst von Mal zu Mal", freute er sich über die tolle Resonanz. Kein Wunder, dass Roland Reinhardt davon ausgeht, dass man in zwei Jahren eine weitere Wiese für die Oldtimer benötigt.

Einmal mehr gab es etliche nicht alltägliche Hingucker, darunter als ältestes Fahrzeug auch einen Horch aus dem Jahr 1932. In den 30er-Jahren war der Horch aus Zwickau das meistverkaufte Auto der Oberklasse – heute gibt es von diesem Achtzylinder mit 96 Pferdestärken nur noch wenige Exemplare.