Wildberg

Feuerwehr-Experten von außen gefragt

von Martin Bernklau

Als die Wildberger Feuerwehr noch unter dem Kommando von Stadtkämmerer Eberhard Fiedler stand, ließen sich die Kompetenzen und Kräfte der Freiwilligen und der Stadt bündeln. Jetzt wird die Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplans in die Hände von externen Spezialisten gelegt. Und die kosten natürlich Geld. Mehr als erwartet.

Wildberg. Der Stadtkommandant Daniel Nuding und Andreas Bauer, Fiedlers (ebenfalls feuerwehrkundiger) Nachfolger als Kämmerer, hatten die Vorlage an den Verwaltungs- und Wirtschaftsausschuss des Wildberger Gemeinderats federführend ausgearbeitet. Das Gremium konnte abschließend über die Vergabe eines vorzeitig fortgeschriebenen Feuerwehr-Bedarfsplans an externe Experten entscheiden. Er tat das zwar am Ende einstimmig. Aber glatt war der Weg dahin nicht.

Die Freiwillige Feuerwehr war am Donnerstagabend mit einer starken uniformierten Abordnung unter den Zuhörern vertreten. Denn es ging um Wichtiges. Und diesmal nicht um die Anschaffung neuer Einsatzfahrzeuge. Während der Westen Wildbergs (also Kernstadt, Effringen und Schönbronn) feuerwehrtechnisch mit dem neuen Feuerwehrhaus am Welzgraben bestens ausgestattet ist, sind die Wachen der Teilwehren von Gültlingen und Sulz sanierungsbedürftig, nicht mehr wirklich geeignet bis völlig marode. Sogar der eventuelle Neubau eines gemeinsamen Stützpunkts für beide Wehren wird debattiert. Da wäre dann der passende Standort zu finden.

Der "Blick von außen", den neben Nuding und Kämmerer Bauer auch Bürgermeister Ulrich Bünger beschwor, sollte neben Rat in dieser Frage auch neuartige Gefahrenpotenziale – etwa vonseiten der Industriebetriebe – ins Visier nehmen. Aber dieser Blick erwies sich als nicht so billig wie erhofft. Hohem Bedarf an kundigem Rat bei Städten und Gemeinden stehen bundesweit nur wenige als kompetent und seriös renommierte Fachfirmen oder Gutachterbüros gegenüber, denen die Türen eingerannt werden.

Das treibt den Preis. Mit knapp 20 000 Euro kostet das (unter drei verbliebenen Angeboten) letztlich empfohlene Unternehmen Luelf & Rinke aus Viersen an der Aller deutlich mehr als im Gemeinderat vor der Sommerpause avisiert.

Gerhard Ostertag von der CDU war es, der wegen der unerwartet hohen Kosten noch einmal an die eigene Fachkompetenz der Freiwilligen Feuerwehr plus externem Rat appellierte: "Ich würde mir das als Wildberger Feuerwehr nicht aus der Hand nehmen lassen", sagte er. Auch Dieter Dannenmann von der SPD-Fraktion hatte "Schluckbeschwerden" angesichts der doch überraschend hohen Ausgaben.

Sie zehren die im Haushaltsplan 2018 eingestellten Planungsmittel für die sanierungsbedürftigen Feuerwachen von Sulz und Gültlingen gleich zu zwei Dritteln auf. Alle hatten sie im Gemeinderat ursprünglich eine externe Vergabe befürwortet, die dann – mit kleinerem Aufwand – alle vier Jahre fortgeschrieben werden könnte.

Margit Gärtner (CDU) war es schließlich, die mit ihrer Frage durchdrang, ob angesichts Nachwuchsmangels und beruflich-familiärer Beanspruchung der Freiwilligen über das engagierte und aufwendige Ehrenamt hinaus überhaupt noch das interne Potenzial für solch eine Expertise aufzubieten wäre.

Genau diese Schwierigkeit räumte Kommandant Daniel Nuding dann ein: Was Ehrenkommandant Eberhard Fiedler mit Ressourcen aus dem Rathaus seinerzeit noch habe schaffen können, das sei inzwischen "nicht mehr darstellbar". Das unterstützte auch der Bürgermeister: "Die Feuerwehr will raus aus dem Thema", sagte Ulrich Bünger.

Auch den sparsamen Skeptiker Gerhard Ostertag überzeugte am Ende das Argument der Erkundung neuer Gefahrenpotenziale, die im geltenden Bedarfsplan noch keine Rolle gespielt hätten. Auch er trug schließlich mit seiner erhobenen Hand zur Einstimmigkeit bei.