Waldachtal

Marienkirche ist zum Schmuckstück geworden

von Walter Maier

Zu einem Schmuckstück ist die renovierte Marienkirche in Cresbach geworden. Durch den Vorplatz, der einer Piazza ähnelt und den modernen Gemeindesaal mittels Anbau ist für die evangelischen Christen ein neuer Ortsmittelpunkt entstanden.

Waldachtal-Cresbach. "Die Marienkirche ist wunderschön geworden und unser neuer Gemeindesaal bietet ein besonderes Raumerlebnis im Zusammenspiel von mittelalterlichem Turm, Kirchenmauer und Glasflächen", bringt es Kirchengemeinderätin Karin Bohnet in einer Verlautbarung der Evangelischen Kirchengemeinde Waldachtal auf den Punkt.

Zum Wiedereinzug in die Marienkirche und zur Einweihung des neuen Gemeindesaals wird am Sonntag, 15. Juli, um 10 Uhr ein Festgottesdienst mit Pfarrer Frank Ritthaler und Diakon Ralf Hornberger gefeiert. Der Kirchenchor der Evangelischen Gemeinde Waldachtal und der Posaunenchor Waldachtal sowie die Kinderkirche Cresbach werden die Feier musikalisch mitgestalten. Ein Empfang schließt sich an.

"Wir sind ganz begeistert, wie schön die Marienkirche und der Gemeindesaal geworden sind", erklären Rolf Müller, Vorsitzender des Kirchengemeinderates, und Regina Martini, Kirchenpflegerin und Pfarramtssekretärin, übereinstimmend.

"Die Cresbacher standen stark hinter diesem Vorhaben", berichtet Rolf Müller, der sich samt Kirchengemeinderat mit dem ehemaligen Pfarrer Markus Arnold für das Zukunftsprojekt stark gemacht hat: "In Cresbach soll geistliches Leben weiterhin stattfinden. Menschen sollen mit dem Wort Gottes in Berührung kommen. Das war und ist uns wichtig!" Regina Martini ist Feuer und Flamme: "Die Kirche mit dem neu gestalteten Vorplatz ist jetzt zu einem Mittelpunkt in Cresbach geworden, geistig und kulturell." In die gleiche Kerbe hieb Diakon Ralf Hornberger: "Der Kirchplatz ist wie eine Piazza geworden. Es hat etwas."

600 000 Euro Kosten

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 600 000 Euro. "Die magische Zahl ist doch erreicht worden", bilanziert Architekt Klaus Gall. 35 Prozent gibt es Fördermittel: 30 Prozent Ausgleichsstock Landeskirche, fünf Prozent Bezirk. "Die 335 700 Euro Eigenmittel der Kirchengemeinde Waldachtal finanzieren wir aus Rücklagen, Spenden und Darlehen", teilt Rolf Müller mit. Natürlich will die Kirchengemeinde nicht alle Rücklagen für die Marienkirche aufbrauchen. Daher wünscht sich der Vorsitzende des Kirchengemeinderates fürderhin Unterstützung: "Wir sind froh über viele Spenden und hoffen weiterhin auf Spendenbereitschaft." Ursprünglich sind einmal 460 000 Euro bei 130 000 Eigenmitteln veranschlagt worden. Mehrkosten verursachten beispielsweise erheblich tiefere Betonfundamente für den Anbau. Lobenswert sind die erbrachten Eigenleistungen von Freiwilligen aus der Kirchengemeinde Waldachtal. Sie leisteten unentgeltlich mehr als 800 Stunden etwa für den Aushub, Putz- und Schlitzarbeiten für das Elektro-Gewerk und Arbeiten an Boden, Bänken und Wänden in der Kirche. "Immer wenn wir Leute gebraucht haben, waren genügend Helfer da", äußert sich Müller sehr dankbar.

Ein Glücksfall

Ein Glücksfall war, dass mit Hans Ziefle, Cresbach, ein ehrenamtlicher Bauleiter aus der 425 Gemeindemitglieder zählenden evangelischen Gemeinschaft zur Verfügung stand. "Ohne Hans Ziefle wäre es so nicht durchführbar gewesen", lobte Rolf Müller. Regina Martini ergänzte: "Das ist unbezahlbar." Viel beschäftigt mit den Bauarbeiten in Cresbach war der Kirchengemeinderat, der sich seit Anfang dieses Jahres wöchentlich zu Baubesprechungen in der Cresbacher Kirche getroffen hat. Beispielhaft lief auch die Kuchenverkaufsaktion – zehnmal im Jahr – zugunsten der Marienkirche.

Auch wurde der Erlös der Gemeindefeste aus den letzten beiden Jahren beigesteuert. In den Jahren 2004/5 wurden erste Überlegungen angestellt, die Cresbacher Kirche zu renovieren. 2015 fasste der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss, das Ja zur Renovierung. Nach der Renovierung 2017/18 ist die Marienkirche zu einem wahren Schmuckstück geworden. Vorteilhaft wirkt sich die neue Farbkonzeption in weiß-grau-blau aus, die an das Marien-Blau angelehnt wurde. Erneuert wurden der Sandsteinplattenboden, die historischen Kirchenbänke, die Heizung, Elektro und Beleuchtung, Lautsprecher. Einer italienischen Piazza gleich ist der Kirchplatz gestaltet worden.

Moderner Gemeindesaal trifft auf Mittelalter: Die moderne Stahl-Glas-Konstruktion geht mit dem alten Kirchen- und Wehrturmgemäuer eine Symbiose ein. 50 neue Stühle und acht Tische wurden angeschafft. Der neue Gemeindesaal, der jetzt an die 1868/69 erbaute Kirche angebaut worden ist, ist offen für alle kirchlichen Gruppen. Insbesondere werden sich hier die Kinderkirche, der Frauenkreis, Jungscharen, die Liebenzeller Gemeinschaft, die Altpietistische Gemeinschaft, Chöre und der Kirchengemeinderat treffen. Der frühere evangelische Gemeindesaal in Cresbach-Oberwaldach ist bereits im Januar 2017 an die bürgerliche Gemeinde verkauft worden, durfte aber bis zum Neubau von den kirchlichen Gruppen weiter genutzt werden.