Waldachtal

Heiligenbronn ist Ziel der Dekanatswallfahrt

von Walter Maier

Die Dekanats-Wallfahrt "Zur schmerzhaften Mutter Gottes" nach Heiligenbronn hat eine große Anziehungskraft. 800 bis 1000 Katholiken aus der Region Horb/Freudenstadt werden am Sonntag, 17. September, wieder in den Gnadenort am Heiligen Bronnen pilgern.

Waldachtal-Heiligenbronn. "Die Wallfahrt ist unser wichtigstes Glaubensfest im Dekanat", bekräftigte Dekanatsgeschäftsführer Achim Wicker beim Pressegespräch. Er berichtete: "Viele freuen sich schon auf dieses Ereignis." Wenn an die 1000 Leute zum Lobe Gottes singen, bedeute das auch: "Wir sind viele. Aber wir wollen auch neue Leute erreichen." Es sei ein Tag der Glaubensstärkung und ein Glaubens-Fest.

Armin Noppenberger, der kommissarische Dekan, meinte: "Wir feiern unser Christsein, unsere Kirche, unsere Gemeinschaft. Wir sind nicht allein, wir sind viele." Was dazu gehöre sei das Essen. "Seele, Leib und Gemeinschaft – das feiern wir." Heiligenbronn sei eine Quelle, aus der man schöpfen könne. "Viele haben mit ihrer Lebensgeschichte einen ganz persönlichen Bezug zu Heiligenbronn." Noppenberger sprach von einer "marianischen Kalibrierung". Etliche machten auch eine Fuß- oder Fahrrad-Wallfahrt zum Gnadenort, der am Jakobusweg liegt. Kurz vor der Wallfahrt feiere der Wallfahrtsort das Patrozinium. Der 15. September ist dem "Gedächtnis der Sieben Schmerzen Mariens" gewidmet. Es sei eine Haltung, sich von Gott anrufen zu lassen. Die Wallfahrt steht dieses Jahr unter dem Leitgedanken "Angerufen von Gott – wie Maria". Um 9.30 Uhr am kommenden Sonntag führt die Prozession von der Wallfahrtskirche zur Fahrzeughalle von Omnibus Schweizer, wo um 10 Uhr der Wallfahrtsgottesdienst mit Generalvikar Clemens Stroppel gefeiert wird. Der Musikverein Göttelfingen begleitet die Prozession.

Mehr als 30 Helfer werden im Einsatz sein

Mitwirken beim Gottesdienst werden der große Dekanatschor mit über 100 Sängern unter Leitung von Regionalkantor Karl Echle und das Bläserquartett "Quartventil", das für Qualität bürgt.

Franziskanerin Reinholda erzählte von den Anfängen der Wallfahrt, als sie 1990 ins Waldachtal gekommen ist. Diese hat sich wohl seit 1983 etabliert. Nach über zehn Jahren in der Reithalle habe man mit der Omnibushalle von Schweizer Reisen in Lützenhardt einen "atmosphärischen Ort" gefunden. Die Besitzerfamilie Schweizer sei aufgeschlossen. "Jetzt haben wir eine Halle als Kathedrale und eine Halle als Hotel", stellte die Ordensfrau heraus. Über 30 Helfer werden wieder im Einsatz sein. Schwester Irmentrudis lobte das sehr große Engagement des Freundeskreises Heiligenbronn. Alfred Kreidler, der Vize-Vorsitzende des Dekanatsrats, bemerkte, dass die Prozession Anziehungskraft habe. Mitsingen und Mitbeten, das sei ein erhebendes Gefühl, sagte Schwester Reinholda. Dass die Rottenburger Bischöfe und der Generalvikar die Wallfahrt in Heiligenbronn unterstützen und sie wichtig nehmen, dafür solle man dankbar sein. Dekanatsgeschäftsführer Wicker betonte: "Es kommt immer jemand vom Domkapitel." Das zeuge von Wertschätzung für Heiligenbronn. "Ohne die Schwestern gäbe es die Wallfahrt nicht", meinte Dekanatsreferent Achim Wicker. "Und ohne die vielen Helfer wäre dieser Tag nicht möglich."

Für kleinere Kinder ermöglicht die Kinderkirche des BDKJ ab 9.30 Uhr eine Kinderbetreuung. Mitmach-Aktionen für Kinder, Ponyreiten und eine Hüpfburg bringen Abwechslung. Es besteht die Möglichkeit zum Mittagessen, gekocht durch den "Goldenen Adler" in Horb, bewirtet durch den Freundeskreis. Es gibt auch Kaffee und Kuchen. Kinder und Jugendliche essen umsonst.

Angeboten werden neben der Wallfahrtskerze – erstmals gestaltet von Frauen aus Wiesenstetten – auch Wallfahrtsbrote und der Weltladen Freudenstadt ist mit einem Eine-Welt-Laden vor Ort. Wallfahrtspfarrer Pfarrer Anton Romer gestaltet um 14 Uhr die Marienandacht in der Wallfahrtskirche, die von Regionalkantor Karl Echle (Orgel) und Kantor Christoph Schmitz (Gitarre) musikalisch umrahmt wird.

In die Parkplätze weist die Feuerwehr Waldachtal ein. Parkplätze sind vorhanden beim Netto-Markt Salzstetten, am Weg Richtung Wallfahrtskirche und auf Wiesen oberhalb des Feuerwehrhauses Richtung Heiligenbronn. Evangelische Christen stellen Wiesen zur Verfügung. Auch das DRK Waldachtal steht bereit.

Zur Geschichte der Wallfahrt: Erstmals urkundlich erwähnt ist Heiligenbronn im Jahr 1356 im Bebenhauser Lagerbuch bei einer Güterbeschreibung von Vesperweiler. Im Salzstetter Totenbuch aus dem 18. Jahrhundert ist vermerkt, dass die seit Jahrhunderten in der Nähe der Kapelle hervorsprudelnde Brunnenquell auf Anraten des Klausners vom Volk besucht und in den Anliegen des Leibes und der Seele wohltätig befunden wurde. Nach der Volkssage soll ein Muttergottesbild von zwei Hirtenknaben in der Quelle gefunden worden sein, worauf der Hochaltar der heutigen Kirche stehen soll. Die Wallfahrtskirche selbst ist eine Stiftung des Salzstettener Pfarrers Schertlin vom Jahre 1737/38 infolge der Rettung vor einer Räuberbande, die zu Mitternacht bis zu seinem Schlafzimmer vorgedrungen war. Eine bedeutende Rolle spielt das Pieta-Gnadenbild um 1500. Der Name Heiligenbronn kommt von der Quelle. Seit vielen Jahren betreuen die Ordensschwestern M. Irmentrudis Berktold und M. Reinholda Zirkel den Wallfahrtsort am "Heiligen Bronnen".