Waldachtal

Ein Exodos biblischen Ausmaßes droht

von Walter Maier

Christliche Projekte unterstützt die Kolpingsfamilie Salzstetten durch ihre jährliche Aktion Entwicklungshilfe. In diesem Anliegen wird am Sonntag, 23. April, um 9 Uhr in der katholischen St. Agatha-Kirche ein Gottesdienst gefeiert.

Waldachtal-Salzstetten. Europa sieht sich bald mit Millionen von Flüchtlingen aus Afrika konfrontiert. Nach Einschätzung von Experten könnten es in naher Zukunft über 200 Millionen Klima- und Armutsflüchtlinge sein, die auf den europäischen Kontinent wollen. Ein Exodos biblischen Ausmaßes droht. Grund: Dürrezonen und Hitzeperioden ungeahnten Ausmaßes breiten sich massiv aus und rauben Lebensgrundlagen.

Täglich ein warmes Mittagessen bekommen bis zu 250 Mädchen und Jungen aus armen Familien

"Hilfe für Afrika ist auch Hilfe für Europa", schreiben Bruder Antonius Fach und Pater Maurus Runge von der Benediktiner-Missionsprokur aus der Abtei Meschede. Denn: "Nur wenn der Frieden und ein menschenwürdiges, vom Glauben getragenes Leben dort möglich sind, werden Christen weiter vor Ort leben können und sind nicht gezwungen, auszuwandern. Immer deutlicher werden die Stimmen, den Menschen vor Ort Perspektiven für eine hoffnungsvolle Zukunft aufzuzeigen. Das Jahr der Barmherzigkeit 2016 ist zu Ende gegangen. Immer neu schenkt uns Gott die Kraft, auch selbst barmherzig zu unseren Mitmenschen zu sein."

Der Missionsgottesdienst am kommenden Sonntag steht unter dem Leitgedanken: "Teilen – Weg zur Gerechtigkeit." Bettina Moster (Gesang) aus Salzstetten wird die Feier umrahmen, begleitet von Piotr Rogosz an der Orgel. Die Kolpingsfamilie bittet um das begleitende Gebet. Nach dem Gottesdienst bitten Kolpingmitglieder bei einer Haussammlung um Spenden für Christen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Die Direkthilfe für soziale, medizinische, schulische und kirchliche Belange erreicht seit über 45 Jahren die Menschen in den Salzstetter Missionsprojekten in Peru, Kongo, Mosambik (Neu) und Indonesien. Die Kolpingsfamilie pflegt den direkten Draht zu den Projekten in drei Kontinenten und fördert gezielt eine Kinderspeisung in Peru, Straßenkinder in Kinshasa, die geplante Krankenstation in Mosambik und Kindergärten in Indonesien. Mit der Direkthilfe leisten Salzstetten und Waldachtal Hilfe zur Selbsthilfe.

In die Fußstapfen von Kilimahewa/Tansania tritt das neue Benediktiner-Projekt in Awasi/Mosambik. Dort soll ein klösterliches Zentrum entstehen mit Kloster, Ausbildungsbetrieben, einer Krankenstation und einem Gästehaus. Pater Jorge Blanco ist auf das 100 Hektar große Grundstück umgezogen, um es urbar zu machen und nach Wasser zu suchen. Vorerst fließen die Spenden aus Salzstetten wohl in den Aufbau einer Wasserversorgung, dann in die Ausbildungsbetriebe und vor allem in die Krankenstation. Das Kleinhospital stand schon beim Vorgänger-Projekt in Tansania im Fokus.

Täglich ein warmes Mittagessen bekommen bis zu 250 Mädchen und Jungen aus armen Familien. Die Comboni-Mission Ellwangen, für die der Salzstetter Pater Anton Dettling über 20 Jahre lang in Huánuco im Einsatz war, bietet dafür Räumlichkeiten in der katholischen Pfarrei San Pedro. Der aus Südtirol stammende Comboni-Bruder Jakob Pezzei betreut die Kinderspeisungen in Santa Rosa und Cruz Verde. Mehr als 20 000 Mädchen und Jungen leben in Kongos Hauptstadt Kinshasa auf der Straße. Nachts schlafen sie oftmals nur auf einem Stück Karton. Die Folge sind Unterernährung, Krankheiten durch mangelnde Hygiene, Suchtgefahr, Prostitution und Gewalt. Diesen Gefahren sind die Straßenkinder in Kinshasa in der über zehn Millionen Einwohner großen Metropole täglich ausgesetzt. Mit ihrem Hilfswerk O.R.P.E.R hilft die Steyler-Mission hunderten Kindern und Jugendlichen zu einem Obdach und gibt Perspektiven durch eine Berufsausbildung in ihren Werkstätten. Generaldirektor Steyer-Pater Alpha Mazenga berichtet: Wohnheime, offene Zentren, Krankenstationen und ein Minibus, der mit Betreuern nachts zu den Plätzen der auf den Straßen lebenden Kindern fährt, verbessern die Lebensbedingungen. In indonesische Kindergärten und in die Ausbildung von Erzieherinnen auf der Insel Flores investiert der schwäbische Steyler-Pater Anton Kappler. In den vergangenen Jahren hat Pater Anton Kappler die Geber-Gemeinde Salzstetten und die Kolpingsfamilie mehrfach besucht. Spenden für die Aktion Entwicklungshilfe können auch überwiesen werden auf die Spendenkonten der Kolpingfamilie bei den örtlichen Banken. Spendenbescheinigungen werden auf Wunsch ausgestellt.