Vöhringen

Zusätzliches Personal kann Probleme lösen

von Sylvia Fahrland

Mit der geplanten Aufstockung der bestehenden Kleingruppe für Kinder über drei Jahren und der dafür erforderlichen zusätzlichen 70-Prozent-Stelle beschäftigte sich der Ortschaftsrat Wittershausen in seiner jüngsten Sitzung.

Vöhringen-Wittershausen. Zunächst nahm die Verwaltung jedoch Stellung zur Bürgerfragestunde der Sitzung vom 21. März, in der sich zwei Vertreterinnen des Elternbeirats zur räumlichen Situation, zur Aufnahmekapazität und zu den Öffnungszeiten geäußert hatten (wir berichteten). Ortsvorsteherin Kerstin Jauch fasste die Situation zusammen und betonte, wie Hauptamtsleiterin Jasmina Warthmann in der fraglichen Sitzung, dass die Größe der Räumlichkeiten der Kinderanzahl angemessen sei und die erforderliche Betriebserlaubnis vorliege. Der Kindergarten biete sogar Kapazität für eine Erweiterung, weshalb man eine zusätzliche Fachkraft einstellen wolle.

Im Gegensatz zur März-Sitzung war Bürgermeister Stefan Hammer ebenfalls anwesend und stimmte mit Jauch überein, dass das Klärungsgespräch im Nachgang in guter Atmosphäre stattgefunden habe. Man habe durch umfangreiche Information sämtliche Missverständnisse klären können. Am Gespräch im Kindergarten waren neben Hammer und Jauch auch die im Rathaus Vöhringen für das Kindergartenwesen zuständige Sachbearbeiterin Birgit Kiene, Einrichtungsleiterin Sandra Friess und mehrere Ortschaftsräte beteiligt, die sich von der Situation vor Ort ein Bild machen wollten.

Bei der Diskussion des vorliegenden Beschlussvorschlags wurde deutlich, dass mit der Personalerhöhung zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden können. Zum einen kann mit einer zusätzlichen Fachkraft die bisherige Kleingruppe für Dreijährige bis Schuleintritt mit bislang maximal zwölf Kindern in eine Regelgruppe für bis zu 25 Kinder umgewandelt werden, da der Kindergarten schon länger an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Im Ortsteil Wittershausen wäre damit der Bedarf an Betreuungsplätzen für das Kindergartenjahr 2019/2020 gedeckt.

Zum anderen darf diese von zwei Fachkräften betreute Ü3-Gruppe dann auch – wie von den Eltern befürwortet – die Empore öffnen, die bei zusätzlichen Kindern für räumliche Entlastung sorgt. Lediglich für Unter-Dreijährige ist die Treppe laut Vorschrift des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) aus Sicherheitsgründen tabu. Diese dürfen nur an der Hand geführt oder auf dem Arm getragen die Treppe passieren.

Der Ortschaftsrat sprach sich einstimmig dafür aus, die Stelle auszuschreiben und für die Aufstockung der Ü3-Gruppe um dreizehn Kinder ab drei Jahren eine Änderung der Betriebserlaubnis zu beantragen. Nicht befürwortet wurde der Vorstoß von Helmut Maier, aufgrund des Fachkräftemangels und zur Erhöhung der Attraktivität für Bewerber anstatt der 70-Prozent-Stelle eine 100-Prozent-Stelle auszuschreiben. Hammer zufolge gebe es in der Gesamtgemeinde bereits eine gewisse Überkapazität an Betreuungskräften, die für Urlaubs- und Krankheitsvertretungen vorhanden sei. Am Montag entscheidet der Gemeinderat in dieser Angelegenheit.

Laut Bürgermeister Stefan Hammer werden sich die neuen Gremien des Gemeinde- und Ortschaftsrates schon bald nach der Kommunalwahl für die Gesamtgemeinde mit dem Kapazitätsproblem in der Kinderbetreuung auseinandersetzen müssen – sowohl was die Aufstockung der Gruppen als auch die baulichen Voraussetzungen angeht. Gründe sind der vermehrte Betreuungsbedarf von Kindern unter drei Jahren, der angestrebte Bevölkerungszuwachs in der Gemeinde durch die Erschließung neuer Baugebiete und zusätzliche Arbeitskräfte im Rahmen von Gewerbeansiedlungen im InPark A81.