Vöhrenbach

SEK-Einsatz: Familienvater droht Frau mit Waffe

von Marc Eich

Vöhrenbach - Das SEK ist am Freitagabend in Vöhrenbach im Einsatz gewesen, um einen Familienvater festzunehmen, der seine Frau mit einer Waffe bedroht hatte.

Die Hagenreutestraße glich am Freitagabend einer Festung: Mehrere Streifenwagen, ein Polizeihundeführer, die schwarzen Kastenwägen der Spezialkräfte und schwer bewaffnete Polizisten säumten die abgeriegelte Straße. Über die Hintergründe des Einsatzes schwieg die Polizei zu diesem Zeitpunkt noch.

Am Samstag klärte das zuständige Polizeipräsidium die Geschehnisse in Vöhrenbach schließlich auf. Nach Angaben von Polizeisprecher Harri Frank war gegen 17.40 Uhr ein Familienstreit in einem Mehrfamilienhaus eskaliert. In der Folge drohte der 36-jährige, alkoholisierte Familienvater seine 38-jährige Frau zu erschießen. Diese ergriff daraufhin die Flucht und verließ gemeinsam mit den beiden drei und acht Jahre alten Kindern die Wohnung. Ihr anschließender Notruf löste einen großen Polizeieinsatz aus.

Kriminalpolizei mit Verhandlungsgruppe vor Ort

Neben mehreren Streifenwagen rückte zudem zunächst die Kriminalpolizei mit einer Verhandlungsgruppe an. Die Einsatzleitung entschied sich schließlich dazu, ein Spezialeinsatzkommando (SEK) anzufordern, das mit mehreren Fahrzeugen gegen 19.45 Uhr Vöhrenbach erreichte. An der Abzweigung zur Waldstraße positionierten sich die Beamten gemeinsam mit den Kollegen der Kripo und des Reviers aus St. Georgen, um die weiteren Maßnahmen zu besprechen. Gegen 21.10 Uhr planten die Spezialkräfte den Zugriff, für den außerdem der Rettungsdienst angefordert wurde. Denn: Dass der 36-Jährige bei dem Einsatz verletzt wird, konnte nicht ausgeschlossen werden.

20 Minuten nach der Einsatzbesprechung folgte dann der Zugriff. Mit Schutzschild und Rammbock rückte das SEK vorsichtig vor, gefolgt von einem ihrer Kastenwägen. Nachdem die Stadtwerke aus Sicherheitsgründen das Gas abgestellt hatten, stürmte die Polizei die Wohnung und traf dort auf den Familienvater, der sich gegen 21.50 Uhr widerstandslos in Gewahrsam nehmen ließ.

Der 36-Jährige wurde zunächst noch vom Rettungsdienst betreut und anschließend aufgrund seines psychischen Zustandes in eine Fachklinik eingewiesen. Bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnung entdeckten die Beamten außerdem die Waffe, mit der der Mann seiner Frau gedroht hatte. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei um eine Schreckschusspistole.