Vöhrenbach

Burgruine Neufürstenberg wird saniert

von Hartmut Ketterer

Vöhrenbach-Hammereisenbach - Hoch gelegene Baustellen gibt es derzeit einige. Vor fünf Wochen wurde am Kirchturm in 30 Metern Höhe gearbeitet. Momentan steht die Ruine Neufürstenberg im Mittelpunkt.

Neufürstenberg ist nach Paragraph 12 des Denkmalschutzgesetzes als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung eingestuft. Die 26 Meter hohe Schildmauer wird einer umfangreichen Sanierung unterzogen, da Heckenbewuchs und witterungsbedingte Mauerschäden über kurz oder lang eine Gefahr für die darunter vorbeigehende Straße oder den Bregtalwanderweg bedeutet hätten.

Seit Anfang Oktober wird die Schildmauer ringsherum eingerüstet. Diese Arbeiten befinden sich im Zeitplan, denn etwa ein Monat wurde für die Gerüstarbeiten einkalkuliert. Das schöne und trockene Wetter schuf ideale Bedingungen für die Arbeiter.

Eine herrliche Sicht auf Hammereisenbach durften sich die Arbeiter, trotz herausfordernder Aufgabe, hierbei ab und zu gönnen. Wie Mitarbeiter Simon Zadic und Leo Adrian von der Gerüstfirma Fleck aus Koblenz auf Nachfrage erklärten, sollen diesen Donnerstag die Gerüstarbeiten zum Abschluss kommen. Dann muss die hohe Baustelle auf dem Felsen am Ortseingang in Hammereisenbach gemäß den bautechnischen Sicherheitsvorschriften geprüft und freigegeben werden. Erst danach können die eigentlichen Arbeiten an der Mauer beginnen.

Folgende Arbeitsschritte sind hierbei vorgesehen: Bewuchs entfernen, Mauerflächen reinigen, zementhaltigen Mörtel in den Fugen bis auf etwa fünf Zentimeter Tiefe entfernen, Ausbruchstellen neu aufmauern, maschinelle Neuverfugung mit Kaltmörtel, Rissesanierung durch Vernadelung und Verpressung zur Stabilisierung der Mauern, Herstellen einer geschlossenen Mauerkrone zur Wasserableitung und statische Sicherung des gemauerten Sturzes an der Nordseite.

Wenn man den Arbeitern zuschaut, kommt man vorschnell zu der Ansicht, dass das Gerüstaufbauen gar nicht so schlimm sind. Es gibt ja einen Material- und Personenlift. Doch bis der Lift zur Verfügung stand, war buchstäblich harte Muskelarbeit gefragt. Erst als wesentliche Teile des Gerüstes zusammengebaut waren, konnte der Lift angebaut werden.

Noch mehr Muskelarbeit dürfte beim Bau der Burg in den Jahren 1275 bis 1350 notwendig gewesen sein. Im Jahre 1381 wurde Neufürstenberg zum ersten Mal erwähnt. Geht man davon aus, dass hauptsächlich Granitsteine für den Bau verwendet wurden und bedenkt, welche Werkzeuge und Hilfsmittel vor über 700 Jahren zu Verfügung standen, dann ist der immense Arbeitsaufwand beim Bau der Burg Neufürstenberg, kaum vorstellbar.

Der Aufwand für die 26 Meter hohe, 15 Meter breite und vier Meter dicke, massive Schildmauer der Hammereisenbacher Burg ist beachtlich. Nur alleine für die 26 Meter hohe Schildmauer, die um die Jahrhundertwende im Jahre 1900 gut noch einen Meter höher war, mussten umgerechnet 4368 Tonnen Granitsteine herbeigeschafft, zurechtgehauen und aufgemauert werden.