Villingendorf

Nun folgen "nur" noch Details

von Andreas Pfannes

In der Villingendorfer Ortsdurchfahrt tut sich demnächst etwas. Nein, nicht schon wieder eine überörtliche Umleitung, die mehr Verkehr in die Gemeinde bringt, sondern das Gegenteil. Eine verkehrsberuhigende Maßnahme.

Villingendorf. Die Gemeinde habe zu Jahresbeginn positive Signale erhalten, sagt Bürgermeister Karl-Heinz Bucher auf Nachfrage. Signale für eine Tempo-30-Zone im Bereich der Schule. Signale von der Unteren Verkehrsbehörde am Landratsamt Rottweil. In Abstimmung mit der Verkehrspolizeidirektion Tuttlingen. Der Schultes freut sich. Über die Bereitschaft der Behörden. Und über den Gemeinderat, der "damals" die Vorschläge der Verwaltung unterstützt hat.

Da sage noch einer, Behörden kennen das Wörtchen zeitnah nicht. Mitte November wurde das Anliegen im Gemeinderat verschärft thematisiert. In den Wochen davor hat es in Teilen der Bürgerschaft gewaltig rumort. Und Ende November gründeten schließlich deren Vorreiter eine Bürgerinitiative mit dem plakativen Titel "Uns reicht’s! Macht unser Villingendorf wieder lebenswerter!".

Fachleute gefragt

Demnächst sollen Details wie der genaue Standort der Schilder, also die fragliche Strecke, besprochen und dann umgesetzt werden. Was für den Laien einfach klingt – Tempo 30 auf einer maximalen Länge von 300 Metern auf der Ortsdurchfahrt im Bereich der Schule, temporär von morgens bis abends, möglicherweise nicht jedoch in den Ferien – Klammer auf: In gewisser Weise vergleichbar, wie es in der Römerstraße in Rottweil-Altstadt existiert. Klammer zu –, beschäftigt im Falle von Villingendorf mehrere Fachleute.

Da wären auf der einen Seite die Behördenvertreter. Das Gesetz wurde im vergangenen Frühjahr in Berlin erlassen, allein die Umsetzung, wasserdicht mit Blick auf die verschiedenen Begebenheiten vor Ort, geht nicht von heute auf morgen. Und da wäre im Falle von Villingendorf die lokale Philosophie zu beachten.

Um niemanden auszuschließen, sollen nach der Thematisierung im Gemeinderat interessierte Vertreter der Bürgerinitiative, Gemeinderäte und Behördenvertreter an einem runden Tisch zusammengeführt werden. Damit sich jeder mit jedem austauschen und in die Augen sehen kann.

Außerdem soll noch eine grundsätzliche Prüfung des Verkehrs durch das Landratsamt erfolgen. In Zeiten ohne eine überörtliche Umleitung, die im vergangenen Jahr die Nerven der Betroffenen arg strapaziert hat. Kurz: Die Zahl der Verkehrsteilnehmer, auf vier Rädern, auf zwei Rädern und zu Fuß, soll zu allen möglichen Tageszeiten im Normalzustand ermittelt werden. Um objektive Daten zu erhalten. Schließlich gibt es – nur ein Beispiel – für Veränderungswünsche wie Ampel oder Zebrastreifen Vorgaben, die erfüllt sein wollen.

Disziplin und Moral

Sollte alles geregelt und umgesetzt sein, müssen "nur" noch die Verkehrsteilnehmer mitmachen. Verkehrsdisziplin und -moral sind schließlich ein weites Feld.

Das Tableau der Disziplinierungsmaßnahmen für Sünder reicht von mobilen oder gar – Gottseibeiuns – stationären Geschwindigkeitsmeßanlagen bis hin zur Verkehrsüberwachung vor Ort. Da der Bürgermeister in der Gemeinde einen großen Konsens für Tempo 30 vor der Schule ausgemacht hat, dürften immerhin die Einheimischen eine Vorbildfunktion für alle Verkehrsteilnehmer haben.