Villingen-Schwenningen

"Wir sind der Gegenentwurf zu Ausgrenzung"

von Christian Marull

Was dabei herauskommen kann, wenn unterschiedliche Religionen und Kulturen aufeinandertreffen und gemeinsame Sache machen, das zeigt die Freiburger Band "Unojah" eindrücklich.

Zusammen Musik machen die fünf Freiburger bereits seit 2012. Unter dem Namen "Ottoman Empire Soundsystem" tourten sie durch die Lande und gaben mehr als 150 Konzerte. Warum also mit einem neuen Namen den bisherigen Erfolg aufs Spiel setzen? "Wir haben an unserem neuen Album auf einem Bauernhof in den Vogesen gearbeitet und dabei beschlossen, wir machen 2017 unter neuem Namen und mit dem neuen Album so richtig Dampf", erklärt Chaldun Schrade, Gitarrist und Sänger bei "Unojah".

Ihre Einflüsse reichen von Reggae, Latin über Pop und Hip Hop bis hin zu orientalischer Musik. "Wir zelebrieren in unserer Musik die Vielfalt. Jeder von uns bringt eine große Bandbreite an Einflüssen mit, die dann zu etwas neuem verschmelzen. Dabei geht es auch immer um die Wertschätzung der verschiedenen Kulturen", beschreibt Chaldun Schrade, die Grundidee hinter ihrer Musik. So überrascht es nicht, dass auf ihrem neuen Album "Colour to the People" die unterschiedlichsten musikalischen Einflüsse zu hören sind. Lateinamerikanischer Rhythmus beim einen Song, Country-Gitarre beim anderen, Klezmer-Artige Melodien hier, Pop-Refrain dort – bei fast jedem Lied lässt sich eine neue musikalische Facette der Freiburger entdecken. Fast alle Stücke eint der, für den Reggae typische, Off-Beat. "Der Reggae-Rhythmus verbreitet eine positive Grundstimmung und ist ein super Vehikel für unsere Texte", so der Gitarrist und Sänger. Genau wie bei der Musik, gibt es für "Unojah" auch bei den Texten keine Grenzen. Auf Englisch, Französisch, Deutsch und Arabisch macht die Band ihre Message klar: "Vielfalt ist Trumpf". Während die Musik Lust auf Feiern macht, sind ihre Texte sozialkritisch und tiefgründig. "Wir sehen uns als durch und durch politische Band. Wir wollen einen Gegenentwurf zu Abgrenzung und Entfremdung bieten. Bei uns zählt der Einheitsgedanke", meint Chaldun Schrade. Getreu dem Motto "practise what you preach", leben die fünf Freiburger ihre Philosophie: "Bei Bandproben kommt es auch mal vor, dass wir eine kleine Gebetspause einlegen. Während der eine dann betet, trinken die anderen eben ihren Kaffee. Das gehört einfach dazu, wenn man das was man in der Musik transportiert auch authentisch Leben will", meint Schrade.

Am 11. April treten "Unojah" im Jugend- und Kulturzentrum K3 in der Villinger Kalkofenstraße auf. Support sind "Orange GuGu" Einlass ist um 19.30 Uhr, Beginn ist um 20 Uhr. Eintritt zehn Euro (fünf Euro ermäßigt) an der Abendkasse.

Weitere Informationen: www.unojah.com facebook.com/unojahsound