Villingen-Schwenningen

Wenn aus Nachbarn gute Bekannte werden

von Schwarzwälder Bote

VS-Schwenningen (mk). Mit den Menschen an einem Tisch sitzen und ins Gespräch kommen, die man gar nicht kennt – obwohl man Tür an Tür mit ihnen wohnt: Dazu hatten am Freitag die Bürger rund um die Schwenninger Innenstadt ausreichend Gelegenheit.

Erstmals hatte sich das Amt für Jugend, Bildung. Integration und Sport (JuBIS) dem Tag der Nachbarn angeschlossen und zu einem Kaffeenachmittag in den Mauthepark eingeladen. Bei der bundesweiten Initiative, die es seit zwei Jahren gibt, könne jeder Bürger und jede Institution, egal ob Kita, Verein oder Schule, teilnehmen und ein beliebiges Format anbieten", berichtet Anna Stier von der JuBIS-Abteilung Bürgerschaftliches Engagement.

Die Idee zu einem Fest im Mauthepark sei durch das Projekt "Nachbarschaftsgespräche" aufgekommen, fügt Heike Burkard vom Referat des Oberbürgermeisters hinzu. Dabei hatte sich in den vergangenen Monaten eine kleine Gruppe von zufällig ausgewählten Bürgern regelmäßig zum nachbarschaftlichen Austausch getroffen und Brennpunkte in der Innenstadt – unter anderem den Mauthepark – benannt.

Eine von ihnen ist Emilija Zavrsak aus dem Mühlweg, die mit ihrer Tochter zum Nachbarschaftsfest gekommen ist und sichtlich die Atmosphäre aus selbst mitgebrachtem Essen – türkischer Salat, belegte Weckle oder Zwetschgenkuchen – Kinderschminken und Gesellschaftspielen genießt. "Bei unseren Gesprächen konnten viele Probleme angesprochen werden – im Mühlweg belasten uns die Parknot und der Lärm", erzählt Zavrsak. Ob sich etwas ändern wird, das müsse man abwarten.

Gerhard Rothfuß aus der Bürkstraße hatte einen Einladungsflyer von der Stadt im Briefkasten und war neugierig auf das Fest geworden, wie er berichtet. "Manchmal muss man sich einfach trauen, um mit neuen Leuten ins Gespräch zu kommen." Schließlich habe er wissen wollen, wer eigentlich seine Nachbarn sind.

Auch die CDU-Fraktionsvorsitzende Renate Breuning und Elif Cangür von den Grünen nahmen am Freitag neben den Schwenninger Bürgern Platz. Die beiden Gemeinderätinnen bilden neben Vertretern aus dem Handel, dem Roten Kreuz, den Kirchen oder dem Jugendhaus bei den "Nachbarschaftsgesprächen" ein Fachgremium, das sich den angesprochenen Problemen annimmt und an die zuständige Stelle in der Verwaltung weiterleitet.

"Ich habe sofort zugesagt, als die Anfrage kam. Ich helfe gerne", sagt Elif Cangür.

Als eine Art Feuertaufe sehen die Organisatorinnen Burkard und Stier das Fest an. Sie hoffen, dass es sich etablieren wird – ganz egal in welcher Größe und in welchem Format. Schließlich steht am 24. Mai 2020 wieder der Tag der Nachbarn an.