Villingen-Schwenningen

Warum mussten drei Pferde sterben?

von Birgit Heinig

Villingen-Schwenningen - "Es ist ein Albtraum." Katrin Mäder, Leiterin der Feldner-Mühle, ist verzweifelt: In den vergangenen zwei Wochen sind drei Tiere der Freizeiteinrichtung für junge Menschen mit Behinderung verendet. Die Ursache ist noch unbekannt – eine Seuche kann zum Glück ausgeschlossen werden. Übermüdet und fertig mit den Nerven berichten Katrin Mäder und Chiara Sukale von den letzten schrecklichen Tagen und Nächten.

Innerhalb weniger Tage erkrankten der Haflinger-Wallach "Avaro" und das Shetlandpony "Sir Donnerhall" und starben trotz sofortiger und intensiver tierärztlicher Behandlung in der Tierklinik Empfingen.

Die Ursache gibt allen involvierten Veterinären Rätsel auf. Man entschloss sich deshalb dazu, beide Tiere pathologisch untersuchen zu lassen. Die Ergebnisse werden in den nächsten Tagen erwartet. Obwohl eine Seuche von den Experten bereits ausgeschlossen werden kann, und auch "keine Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt besteht", habe man die jetzt nur noch aus neun Pferden bestehende Herde sicherheitshalber getrennt, sagt Chiara Sukale.

Die Innen- und Außenbereiche des Feldner-Mühle-Areals, am Rande von Villingen direkt an der Brigach gelegen, werden – unter anderem per Video – Tag und Nacht bewacht. Nicht auszuschließen ist, dass die Tiere von gutmeinenden Besuchern trotz Verbots unsachgemäß gefüttert wurden.

"Ein Pferdemagen ist so empfindlich", sagt Mäder. Die Todesursache des kleinen "Schnitzel" scheint indessen geklärt: Das Schweinchen wurde vor eineinhalb Jahren aus dem Donaueschinger Tierheim geholt. Dort war es gelandet, nachdem es zuvor unter fatalen Umständen leben musste. Die Ärzte vermuten bei "Schnitzel", dass es an den Folgeschäden verendete, die auch die liebevolle Pflege in der Feldner Mühle nicht wiedergutmachen konnte.

Neben dem emotionalen reißt der Verlust der beiden Reit- und Therapiepferde vor allem ein wirtschaftliches Loch in den Betrieb der Feldner Mühle. Der hat nun die Kosten für Behandlung und Laboruntersuchungen zu tragen und muss auf die Arbeit der beiden gutmütigen Tiere mit Reitanfängern und in der Therapie mit Behinderten verzichten.

"Momentan wissen wir noch nicht, wie wir das alles schaffen sollen", sagt Katrin Mäder.

In der Feldner Mühle werden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit jeglicher Art von Behinderung an 16 Wochenenden im Jahr und in den Schulferien betreut. Das Team setzt alles daran, jeden Gast individuell zu betreuen.