Villingen-Schwenningen

Vortragsreihe beginnt

von Schwarzwälder-Bote

VS-Schwenningen. Bis Juni 2018 ist im Uhrenindustriemuseum die Sonderausstellung "Im Krieg ist alles anders" zu sehen. In Zusammenarbeit mit der Schwenninger Museumsgesellschaft Museum 1834 hat Museumsleiterin Ingeborg Kottmann als Begleitprogramm eine Vortragsreihe über "Nicht erschlossene Quellen zum Kriegserleben aus Schwenningen am Neckar" auf die Beine gestellt, die am Sonntag, 15. Oktober, um 11 Uhr beginnt.

Sie befasst sich mit Zeugnissen aus Literatur, Bildender Kunst, Kriegstagebüchern und Kriegsalben, die der Schwenninger Historiker und Philologe Michael J.H. Zimmermann sichtet und auswertet und so einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht. Diese Zeugnisse sprechen für sich selber und führen unmissverständlich vor Augen, dass Krieg ein Verbrechen an den Völkern ist.

"Kriegserinnerungen des unbekannten Soldaten: ,Der Tod von Beaumontʻ – Literatur zur Bewältigung eines gestohlenen Lebens: Vom (Wider-)Streben des Schwenninger Schulmeisters Ernst Hermann Schäfer" bildet den Auftakt der Vortragsreihe.

Der 1895 geborene Autor Ernst Hermann Schäfer – Schulmeister in Schwenningen – überlebte als junger Infanterist den Ersten Weltkrieg bei Ypern und an der Somme und kehrte schwer kriegsversehrt zurück. Der Erste Weltkrieg ließ ihn nie wieder los, und er schrieb gegen Vergessen, Verklären und Verdrängen. Ein Auszug des 1929 vorliegenden Gesamtwerkes "Die eiserne Mauer" wurde im selben Jahr in Schwenningen gedruckt – und kann heute in der Nationalbibliothek Leipzig aufgestöbert werden. An seinem Manuskript aber feilte Ernst Hermann Schäfer bis 1953.

Referent Michael J. H. Zimmermann forscht, schreibt und publiziert vor allem zu kulturwissenschaftlichen und Themen der Neueren und Neuesten Geschichte. Schwerpunkt ist die Geschichte bedrängter und bedrohter Minderheiten sowie der Opfer und Gegner des NS-Regimes. Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.