Villingen-Schwenningen

Streit um Anstellung in Teilzeit flammt vor Gericht auf

von Schwarzwälder-Bote

Villingen-Schwenningen (leo). Als Vollzeitkraft war eine junge, heute zweifache Mutter in einem Einrichtungshaus in der Doppelstadt vor einigen Jahren eingetreten. Nach der ersten Schwangerschaft stieg sie auf Teilzeitarbeit um. Jetzt wollte sie, bedingt durch ihre zweite Schwangerschaft, ihre Arbeitszeit weiterhin reduzieren, um das Kind nachmittags aus dem Kindergarten zu holen. Eine Hilfe fand sie nicht. Der Arbeitgeber hatte Schwierigkeiten, diesen Wunsch organisatorisch zu erfüllen.

Da es keine Einigung gab, traf man sich vor dem Arbeitsgericht Villingen-Schwenningen zur Güteverhandlung. Es ging vordringlich um die Frage, ob der Arbeitgeber dem Wunsch seiner Mitarbeiterin, nur noch in Teilzeit zu arbeiten, nachkommen kann. Betriebliche Gründe könnten entgegenstehen und die Wünsche eines Arbeitnehmers abgelehnt werden, wenn nachweisbare betriebliche Gründe bestehen würden.

Rationale Gründe zählen

Das Bundesarbeitsgericht verlangt, dass der Arbeitgeber rationale, nachvollziehbare Gründe vorbringt, wenn er den Antrag ablehnt. Zum einen sollte seine Mitarbeiterin im Verkauf arbeiten und zwar in einer umsatzstarken Tageszeit, so die Argumentation des Arbeitgebers. Die Mitarbeiterin war als gute Verkäuferin geschätzt und man wollte sie deshalb weiter einsetzen. Zumal in der Verwaltung kein Arbeitsplatz frei war. Der Richter meinte, die jetzige Situation sei wohl für die Klägerin schon belastend.

Er fragte die Parteien, ob man schon an eine Trennung gedacht habe. Die Beklagte äußerte sich nicht. Die Klägerin lehnte sofort ab. Beide meinten, sie wollten nochmals außerhalb des Gerichts versuchen, eine Einigung zu finden. Sonst muss der Arbeitgeber Wege finden, eine Teilzeitstelle zu schaffen. Andernfalls wird in einem Kammertermin weiter verhandelt.