Villingen-Schwenningen

Stadtharmonie übt für großen Auftritt

von Birgit Heinig

Das gab es noch nie – mit rund 80 Musikern und Trachtenträgern wird die Stadtharmonie Villingen am Sonntag, 17. September, im Trachten- und Schützenzug auf das Münchner Oktoberfest marschieren.

VS-Villingen. Und das Beste daran: die Daheimgebliebenen können das in der ARD ab 10 Uhr live am TV-Bildschirm miterleben.

Eine Freitags- und eine Dienstagsprobe nutzten ­Mario Mosbacher und sein aus rund 60 Musikern bestehendes Großes Orchester bisher für den schon etwas außergewöhnlichen Auftritt, den man – wie immer auch an der Villinger Fasnet – gemeinsam mit dem 16-köpfigen Spielmannszug unter der Leitung von Peter Schmid absolvieren wird.

Am Sonntag früh aufstehen

Am Freitagabend ist die letzte Marschprobe, bevor man am Samstag gemeinsam zunächst nach Andechs zur Brauereibesichtigung fahren und in der Jugendherberge von Lenggries das Nachtlager aufschlagen wird. Am Sonntag heißt es früh aufstehen: Schon um 8.30 Uhr stellen sich die historischen Trachtengruppen aus dem In- und Ausland, Blaskapellen und Spielmannszüge – darunter die Villinger, Fest­wägen, Brauereigespanne, Gebirgs- und Sportschützen in der Maximilianstraße auf, um sich um Punkt 10 Uhr auf den acht Kilometer langen Weg bis zur Theresienwiese zu machen und in das Feszelt ­"Marstall" einzuziehen.

Dass man überhaupt dabei sein darf, das hat die Stadtharmonie ihrem stellvertretenden Vorsitzenden, Patrik Metzger, zu verdanken, der eine entsprechende Bewerbung einreichte. Dass man nun sogar im Fernsehen zu sehen sein wird, das, so glaubt der Vorsitzender Henry Greif, der als "Täfelebub" dabei sein wird, "haben wir unserem guten Sound und unserem guten Aussehen zu verdanken".

Und genau daran wurde zuletzt am Dienstagabend im "Haus der Musik" am Villinger Klosterring noch kräftig gefeilt. Die Instrumente wollen nämlich nicht nur perfekt und kräftig gespielt sein, sie müssen laut Regie auch ­"zackig" und vor allem ­synchron aufgenommen und abgesetzt werden.

Die TV-Vorschriften gehen aber noch weiter. Die Liste der Ver- und Gebote ist lang. Sonnenbrillen und offene Hemdkragen gehen gar nicht, Hochsteckfrisuren und Röcke sind für die Frauen ein Muss.

Trotz derlei Absonderheiten ist die Vorfreude auf ­München groß. Das Lampenfieber der Akteure hält sich dagegen in Grenzen. "Wir haben schon Erfahrung durch einige Auftritte beim Cannstatter Wasen", sagt Mosbacher gelassen. Das Musikprogramm, der Musketier-Marsch, der Marsch des York’schen Korps, der Regimentsgruß und der Erzherzog-Albrecht-Marsch, das Programm für den Trachten- und Schützenzug am Sonntag in München sitzt auf jeden Fall.