Villingen-Schwenningen

Stadt will gleiches Recht für alle

von Cornelia Spitz

Villingen-Schwenningen. Auf Sportvereine mit eigenen Sportanlagen, die noch keine Zuschüsse zu den Unterhaltungskosten erhalten, soll ein warmer Geldregen der Stadt prasseln: Im Sinne der Gleichbehandlung aller Vereine schlägt man im Rathaus vor, auch sie zu bezuschussen.

Der Sportbeirat der Doppelstadt hat im März ähnliches gefordert, denn die Kosten für die Sportanlagen sind enorm. 100 000 Euro jährlich hält die Stadt bereit, um den Vereinen unter die Arme zu greifen. Wirklich geregelt ist trotzdem nichts – wie Kraut und Rüben liest sich die Liste der Verwaltung, welche der insgesamt 91 Vereine in der Stadt nun was erhalten und welche eben nicht. Ein Drittel der 91 Vereine nutze städtische Sportanlagen und werde durch die Übernahme eines Großteils der Mietkosten durch die Stadt unterstützt. Für sieben Fußballvereine werden die Kosten für Platzpflege und Energie übernommen. 42 Vereine haben eigene Anlagen oder trainieren in nicht-städtischen Einrichtungen. 17 bekommen Zuschüsse für Unterhaltungskosten – manche schon länger als Villingen und Schwenningen eine Doppelstadt bilden. "Bei einigen Vereinen lässt sich die Entstehung und Entwicklung der Bezuschussung mangels Unterlagen nicht mehr vollständig nachverfolgen", macht die Stadtverwaltung das Ausmaß des Wildwuchses deutlich.

Nun will man Ordnung in die Sache bringen und das aus gutem Grund: Der Schwenninger Tennisclub stellte einen Antrag auf einen Energiekostenzuschuss, und im Herbst 2018 klopfte der Bogenclub VS an – zwei Sportarten, für die es noch nicht einmal einen Verteilungsschlüssel gab. Wie dieser aussehen könnte, wurde jetzt ermittelt: 1600 Euro pro Tennisplatz, 2000 bis 4000 Euro pro Schießanlage. Klar ist jedoch: Einfach so soll es den Zuschuss nicht geben. Der Anteil jugendlicher Mitglieder muss passen (mindestens 15 Prozent), pro Tennisplatz oder Schießanlage müssen 15 aktive Mitglieder vorhanden sein, und der Verein muss jährlich fristgerecht einen Antrag stellen. Auch sich selbst hat die Verwaltung Hausaufgaben auferlegt: Bestehende Bezuschussungen sollen geprüft werden, man will einen Verteilungsschlüssel für alle Sportarten ausarbeiten und transparent und nachvollziehbar Unterstützung gewähren.