Villingen-Schwenningen

Nach Kritik: Umzugs-Reiter weisen Vorwürfe von sich

von Schwarzwälder Bote

Villingen-Schwenningen - Die Kavallerie der Historischen Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen nimmt Stellung zur Diskussion um Pferde bei Fasnets­umzügen und Auflagen, die sie erfüllen müssen.

"Adrenalinjunkies – nein Danke" lautet der Titel der Stellungnahme von ­Alfred Strohmeier, Hans-Joachim Böhm, Nicole Dörfler, Kai Dörfler, Ilona Haus, ­Werner Kornhaas, Eduard Kulm, Kaspar Naas, Günter Neininger, Barbara Mutschler und Martina Spendel unterzeichnet ist.

Wohl der Pferd ganz oben

Sie schreiben: "Das Wohl unserer Pferde steht bei uns natürlich immer an erster Stelle. Wir sind alle aktive Turnier- und/oder Freizeitreiter und Fahrer. Wir sind das ganze Jahr mit unserem Partner Pferd unterwegs und ›hocken‹ nicht nur, wie öffentlich dargestellt, an der Villinger Fasnet aufs Pferd, ohne zu wissen was wir tun. Unsere Pferde sind ständig im Einsatz, sei es zu Hause oder bei öffentlichen Veranstaltungen."

Aktiv seien alle unter anderem auf Reitturnieren bei Springen oder Dressur, bei Reitlehrgängen für den Sport- oder Freizeitbereich, auf mehrstündigen Wanderritten, beim Pferderennen in Baden-Baden, bei kirchlichen Prozessionen, wie zum Beispiel dem Blutritt in Weingarten oder Bad Wurzach, beim Wendelin-Ritt mit Pferdesegnung in Nußbach, beim Almabtrieb in Denkingen sowie an verschiedenen Trachten- und Festumzügen im ganzen Land.

"Bei der Aufführung Figaros Hochzeit des Villinger Sommertheaters 2017 auf dem Gelände der Junghans Villa haben drei unserer vierbeinigen Kameraden in einem Zeitraum von mehr als sechs Wochen die Proben und Aufführungen souverän gemeistert. Davon konnten sich viele Besucher und Darsteller persönlich überzeugen, ein Teil der Besucher auch davon, wie das Vorbereitungstraining zwischen Darstellern und Pferden/Reitern abgelaufen ist."

Viele Aktivitäten

Bei ihren Reitern und Pferden kämen noch viele weitere Aktivitäten hinzu, wie zum Beispiel gemeinsame Ausritte, auch durch die Villinger Innenstadt, private Einsätze bei Hochzeiten, St. Martins-Umzügen oder Jubiläumsveranstaltungen. "Auch dort sind unsere Pferde das ganze Jahr über besonderen äußeren Einflüssen ausgesetzt", erklären die Reiter der Kavallerie.

Und weiter erklären sie: "Selbstverständlich werden auch Proben mit der Stadt- und Bürgerwehrmusik vor großen Events, wie zum Beispiel einem Zapfenstreich, abgehalten. Aber auch das war schon immer so. Die Reiter verweisen in diesem Zusammenhang auf einen Bericht in ihrer Vereinszeitschrift "Depesche", Ausgabe 4/2015, mit dem Titel Kavallerie Villingen rückt aus, der auf der Homepage der Bürgerwehr- und Trachtengruppe www.buergerwehr-villingen.de/fileadmin/BWV/Depesche/04/Depesche4-2015-Internet.pdf, nachzulesen ist.

Deutlich machen die Reiter auch: "Alle Veranstaltungen setzen ein kontinuierliches Training und eine intensive Vertrauensbasis zwischen Pferd und Reiter voraus. Und diese lässt sich nur durch regelmäßiges Training von Reiter, oder der festen Reitbeteiligung, und Pferd erreichen. Wir haben bei uns in der Abteilung erfahrene Reiterkameraden, die in diesem Jahr bereits zum 48. Mal an der Fasnet aktiv am Umzug teilnehmen. Wir sind als Abteilung stolz darauf, die ältesten aktiven Kavalleristen in unseren Reihen zu haben – von so viel Erfahrung und Wissen kann jeder nur profitieren. Es ist außerdem nicht nur in unserem eigenen Interesse, sondern eine Selbstverständlichkeit, dass wir als Personen und unsere Pferde ausreichend versichert sind. Wir verfügen über die notwendige Reiterfahrung und Fähigkeit, weder uns, unsere Begleitpersonen, die Pferde noch die Zuschauer durch fahrlässiges Verhalten in Gefahr zu bringen. Es steckt also durchaus weit mehr dahinter, als nur am Fasnetumzug im Schritt hoch zu Ross durch die Stadt zu flanieren", erklären die elf Kavalleristen abschließend.

Was für Kritik zuvor laut geworden war, sehen sie im Video: