Villingen-Schwenningen

Maschgerelauf: Narro bleibt die Nummer Eins

von (lia)

VS-Villingen - Liebe Hästräger, jetzt mal fast alle weglesen. Bei aller Liebe zu Katzen und Co.: Bei den Zuschauern der Villinger Fasnet bleibt der historische Narro der unbestrittene Liebling.

Es ist 14 Uhr. 15 Minuten noch bis zum ersehnten Auftritt der unbestrittenen Nummer Eins in der Villinger Fasnetsszenerie beim in diesem Jahr 42. Maschgerelauf. Unter den Torbögen am Oberen Tor drängen sich bei Schneefall zahlreiche Maschgere, Narro, Altvillingerin, Morbili... Vergleichsweise noch wenige Zuschauer lassen sich am Straßenrand blicken. Doch die, die ausharren, sind jedes Jahr dabei, "egal, wie das Wetter ist", bekräftigt eine fröhliche Gruppe aus der Gesamtgemeinde Niedereschach. "Wir sind doch mit der Fasnet aufgewachsen", heißt es im Chor. Und auch hier ist die Antwort die gleiche: "Unsere Lieblingsfigur ist der Villinger Narro."

Nur die kleinen Zuschauer haben andere Favoriten: Bei den einen sind es die Katzen, bei den anderen die Stachis, die für leuchtende Augen sorgen. Auch beim Maschgerelauf spult sich das Mentigs-Ping-Pong-Wetter ab. Heftige Schneeschauer kurz vor Beginn, wenige Minuten später dann Sonnenschein, als die stolzen Maschgere unter dem Jubel des Publikums und an vielen gezückten Fotoapparaten oder Handys vorbei defilieren. Was einige Passanten von auswärts brennend interessiert: Was machen Narro und sein Gefolge, wenn es ihnen den Kragen verregnet? Alexander Brüderle, zweiter Zunftmeister der Historischen Narrozunft, weiß Bescheid: Viele Maschgere, erklärt er, haben einen Zweit-Kragen zuhause. Und die anderen? Die anderen, die pokern eben und hoffen darauf, dass das Wetter schon halten werde, meint er. Zweit-Kragen oder nicht, das sei nicht zuletzt auch eine finanzielle Frage. Denn um die hundert Euro pro weißes Prachtstück müsse man schon veranschlagen.

Das Wetter hält und so sammeln sich schnell viele Menschen, um mit "Giizig-, GiizigRufen" Süßes zu erbetteln. Natürlich dürfen auch Spaßvogel Butzesel mitsamt seinen Treibern nicht fehlen. Schlusslicht bildete wie jedes Jahr die putzmuntere und um keinen derben Spaß verlegene Schar der Wueschte.

Vielen auswärtigen Besuchern bleiben nicht nur prächtige Bilder in Erinnerung von majestätisch-stolzen Maschgere. Seit dem "Mentignachmittag" dürften auch die Letzten erfahren haben, was es mit der Villinger Fasnet ganz genau auf sich hat.