Villingen-Schwenningen

Kritik am Engagement von Daimler

von Rainer Bombardi

Der Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg im Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) blickt auf zahlreiche erfolgreiche Projekte zurück, berichtet aber auch vom stetigen Kampf auf politischer Ebene.

VS-Schwenningen. Der Verband engagierte sich mit seinen mehr als 3500 Mitgliedern und Förderern aus den Landkreisen Rottweil, Tuttlingen und Schwarzwald-Baar im vergangenen Jahr in tausenden von ehrenamtlich geleisteten Stunden für den nachhaltigen Erhalt von Umwelt und Natur.

Im Umweltzentrum auf der Möglingshöhe skizzierte die Vorsitzende Ulrike von Kutzleben-Hausen am Beispiel diverser Projekte die lokale Verankerung des Regionalverbandes anhand der Aktivitäten zum Erhalt des Schwenninger Mooses, auf dem Steinzeithausgelände oder der Pflanzentauschbörsen. Politisch war der BUND unter anderem auf dem Daimler-Testgelände in Immendingen aktiv und begutachtete die von dem Konzern für den Streckenbau ausgewiesenen Ausgleichsflächen. Diese bestehen vielfach aus Margeritenwiesen. "Wir sind enttäuscht, dass sich ein derartiger Weltkonzern nicht bemüht, qualitativ hochwertigere Ausgleichsflächen hinzubekommen", bedauerte die Vorsitzende.

Im Vorjahr waren auch die geplanten Windkraftanlagen auf dem Fürstenberg ein viel beachtetes Thema. Gemeinsam mit Regionalgeschäftsführerin Katharina Baudis habe sie vor den Gegnern die Notwendigkeit der Erzeugung regenerativer Energien vertreten. Der BUND setzte sich in den Landschaftserhaltungsverbänden für eine stärkere Interessenvernetzung von Kommunen, Umweltverbänden und Landwirtschaft ein. Exemplarisch forderte er angemessene Ausgleichszahlungen für Nebenerwerbslandwirte und Schäfer, deren Existenz durch die potenziell vom Wolf verursachten Schäden ins Wanken gerät.

Öffentlichkeitswirksam beteiligte sich der Verband bei der Langen Tafel zwischen Villingen und Schwenningen, förderte in zahlreichen Veranstaltungen die Umweltbildung von Kindern und Jugendlichen, führte eine Apfelsaftaktion durch und bot einen Kleidermarkt an. Der Bau von Insektenhotels oder die Aktion "Gefüllte Blüten" führte er zum Schutz von Insekten und Bienen durch. Er bot ein Ferienprogramm an und setzte sich für das Verbot von Streusalz ein.

Von den bevorstehenden Veranstaltungen hob Katharina Baudis den Bogenbaukurs mit Markus Klek am 27. Mai auf dem Gelände der Steinzeithäuser und das bevorstehende Projekt Müllfriedhof am Umweltzentrum hervor. Dort sollen in Schauboxen unterschiedliche Müllsorten vergraben und deren Verfall unter natürlichen Bedingungen beobachtet werden.

Die Beteiligung an Photovoltaiknetzwerken und die Agilität bei der Renaturierung des Schwenninger Mooses sind weitere Markenzeichen. In diesem Kontext ehrte die Vorsitzende den aktiven Holzsperrenbauer Dieter Kohnle, der aufgrund seiner Aktivitäten die Wiedervernässung des Mooses fördert.

Ebenfalls als Regionalgeschäftsführerin ist Anita Sperle-Fleig aktiv, die den Haushaltsplan für 2018 präsentierte und in das vergangene Haushaltsjahr die Einstellung eines Bundes-Freiwilligendienst-Leistenden (Bufdi) integrierte. Stark schwankende Jahresabschlüsse hätten mit den Abrechnungsmodalitäten und dem Fluss von Geld zu tun, präsentierte sie eine über die Jahre hinweg ausgeglichene Erfolgsbilanz. Aus Gesundheitsgründen nicht mehr im Vorstand ist die bisherige Vorsitzende Ira Heise-Krachenfels. Ihre Position wird in Zukunft der Spaichinger Anton Uhl einnehmen, der sich als Tierarzt insbesondere in den Bereichen nachhaltige Tierhaltung und Jugendarbeit einsetzen möchte.