Villingen-Schwenningen

"Keine Ahnung, wer mir alles folgt"

von Linda Seiss

Villingen-Schwenningen - Sportlich, lässig und ein bisschen oversized – das ist der Style von Minnahigh. Ein guter Look muss nicht übertrieben sein, nur das besondere Etwas darf nicht fehlen, sagt sie.

Seit drei Jahren postet sie Bilder auf ihrem Instagram-Account (@minnahigh) und schreibt in ihrem Blog (minnahigh.com). Techno und Fashion gepaart mit Sprüchen, wie "Stil ist was du anders machst, während alle anderen dasselbe tun" oder "My room was clean. But then I had to decide, what to wear" zieren das Profil der jungen Instagrammerin.

Trotz Erfolg bodenständig

Jetzt hat sie die 70.000 Follower Marke geknackt. Geplant war diese Entwicklung nicht, sagt sie. Anfangs hat sie T-Shirts von Techno-Marken promoted. Diese haben ihr geschrieben, ob sie nicht Lust habe, Bilder zu posten. Mitunter waren auch "The Shit Shop", das von Bonnie Strange geleitete Label, Labello und diverse Schmuckmarken dabei. Auch Startups hat sie schon beworben. Mittlerweile nimmt sie nur noch größere Sachen an. Sachen, die ihr wirklich gefallen.

Minnahigh wird auch auf der Straße erkannt. "Ich habe keine Ahnung, wer mir alles folgt." Es sei ihr gar nicht bewusst, wer sie durch Instagram alles kenne. Beim Shoppen in Villingen habe mal ein Verkäufer gesagt: "Hey, dich kenne ich von Instagram!", erzählt sie. Auch bei Festivals in Stuttgart ist sie schon erkannt worden. "Das ist irgendwie komisch, aber man freut sich natürlich," gibt sich die 22-Jährige bescheiden.

Als lustig, offen und hilfsbereit beschreibt sie sich. "Mit mir kann man immer Spaß haben." 2013 hat sie ihr Abitur am SG in Villingen gemacht. Derzeit studiert sie Wirtschaftsnetze an der Hochschule in Furtwangen. Trotz ihrem Erfolg mit über 70 000 Followern auf Insta-gram ist Laura Hettich alias Minnahigh bodenständig geblieben. "Instagram ist mehr eine Scheinwelt. Das macht mich als Menschen nicht aus." Stolz ist sie trotzdem.

Für ihre Insta-Fotos zückt sie entweder ihr Smartphone und schießt ein Selfie, das sie in Szene setzt. Oft schnappt sie sich aber auch ihren Bruder, Freundinnen oder ihren Freund – sucht sich eine coole Location und lässt sich dann mit einer Spiegelreflexkamera ablichten.

Pro Shooting schießen Laura und ihre Freunde bis zu 400 Bilder. So können für jedes Outfit also locker 100 Shots zusammenkommen. "Wenn es gut läuft, nehme ich drei oder vier davon." Diese lädt sie dann bei Instagram hoch. "Ich kann ein Outfit nicht vier oder fünf mal posten." Im Winter dauert ein Shooting maximal eine Stunde. Das Umziehen sei bei niedrigen Temperaturen sehr lästig. "Im Sommer kann ein Shooting schon drei Stunden dauern," verrät sie.

Am liebsten lässt sich Minnahigh vor einem klaren Hintergrund fotografieren. Mit gutem Licht, aber ohne Sonne. Früher nutzte sie gerne den Güterbahnhof in Freiburg als Location für ihre Shootings. Mit Smartphone-Apps wie Afterlight oder Colorpop bearbeitet Laura die Fotos für ihren Account.

"Mit 15 habe ich das Buch ›Affenliebe‹ gelesen. Das Mädchen, dessen Geschichte erzählt wird, wird Minna genannt. Der Name hat mir gut gefallen." So ist sie dann auf ihren Künstlernamen gekommen. "Es hat einfach gepasst."

Fernab von Instagram verbringt Laura ihre Freizeit gerne mit ihren Freunden oder ihren beiden Katzen Carlo und Chiko. Oder sie geht ins Fitnessstudio. Auch lesen, bloggen und fotografieren zählt sie zu ihren Hobbys.

Techno und Fashion sind ihre Welt. Klar also, dass Shopping-Touren in Villingen, Freiburg oder Stuttgart nicht zu kurz kommen dürfen. Ihr Lieblingskleidungsstück ist ihre Jeansjacke. "Wobei das ab und zu auch variiert, beziehungsweise sich ab und an ändert," lacht sie. Und als Techno-Girl tanzt sie auf Festivals, wie Nature One oder Sea You, auch gerne zu Techno.

Freunde unterstützen sie

Auf den Bildern von Minnahigh blitzen immer wieder Tattoos hervor. "Ich habe zehn Tattoos." Für jedes von ihnen gibt es eine Bedeutung. "Ich lege schon Wert darauf, dass es einen Sinn ergibt," sagt sie. "Aber ich finde es übertrieben, sich für seine Tattoos rechtfertigen zu müssen." Ihr Lieblingstattoo ist der Schriftzug "Create yourself", sich selbst zu finden, zu erschaffen, sich etwas aufzubauen, erklärt sie.

Wo es mit Minnahigh noch hin geht, das weiß sie nicht. "Ich hoffe natürlich, dass es noch lange anhält und ich es noch lange machen kann." Mit Hilfe und Unterstützung kann sie jedenfalls rechnen. "Meine beste Freundin unterstützt mich ganz stark. Mein Freund und meine Familie auch."

Den Weg zu einem Model-Casting möchte die junge Furtwangerin nicht einschlagen. "Das überlasse ich lieber anderen," scherzt sie.

Ziele für die Zukunft hat Laura einige. Im Vordergrund steht für sie, dass sie ihr Studium gut abschließt. Nach Freiburg zu ziehen, das ist ihr Plan. "Ich will das Bloggen weiter führen und vielleicht noch mehr machen." Beruflich darf es ihrer Meinung nach gerne in diese Richtung gehen. Hauptberuflich zu modeln hingegen kann sie sich momentan nicht vorstellen. "Außer es ergibt sich etwas." Das Gesicht einer Marke zu werden wäre beispielsweise etwas, das sie reizen würde.

Wichtig ist ihr, dass sie Kontakt mit ihren Freunden hält. Ihren Freund, ihre Familie zu sehen. Etwas schönes zu unternehmen, das alles nicht aus den Augen zu verlieren, sagt sie. Frei nach ihrem Lebensmotto: "Man sollte nicht zu viel übers Leben nachdenken, sondern einfach die Momente genießen."

"Das Wichtigste ist meiner Ansicht nach eine gute Bildqualität. Ein roter Faden muss erkennbar sein. Zudem muss der Account sinnig sein, die Posts zueinander passen." Minnahigh hat sich für die Themen Fashion und Techno entschieden und bringt dazu auch immer mal wieder passende Sprüche. Auf Snapchat zeigt sie ihren Followern, was sie so macht.