Villingen-Schwenningen

Kein Sommerfest bei Heringsdörflern

von Marc Eich

Der Mangel an Helfern zwingt die Villinger ­Heringsdörfler dazu, ihr Sommerfest abzusagen. Doch damit nicht genug: Beim Vorsitzenden Frank Thoma sitzt der Frust so tief, dass das Sommerfest unter seiner Führung gar nicht mehr stattfinden soll.

VS-Villingen. Der Geruch von geräucherte Forellen sowie Lachs- Matjes- und selbstverständlich Heringswecken wird dieses Jahr an der Wagenhalle am Unteren Dammweg fehlen. Denn das ­Sommerfest der Heringsdörfler, das sich über die vergangenen sechs Jahre etabliert hatte, wird dieses Jahr nicht stattfinden. "Es haben sich einfach zu wenig Helfer gemeldet", äußert sich Frank Thoma, Vorsitzender der Heringsdörfler, im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten zu den Gründen.

Für einen reibungslosen Ablauf – seit es Auf- und Abbau oder auch die Schichten während dem Fest – wären etwa 40 für 50 Helfer nötig gewesen, doch die hätten sich in diesem Jahr nicht gefunden. Darüber hinaus hätten Ressortleiter gefehlt. "Es war sonst schon auch immer eine personelle Gratwanderung, aber das ist jetzt schon sehr enttäuschend", so Thoma.

Bereits Anfang Juli habe sich abgezeichnet, dass die Bereitschaft unter den rund 300 Mitgliedern nicht sonderlich groß war, Ende Juli sei er schließlich zu dem Entschluss gekommen, das Fest ganz ausfallen zu lassen. Der Frust beim Vorsitzenden sitzt deshalb tief: "Viele lehnen sich zurück und denken, dass das von alleine läuft."

Das Sommerfest sei immer "sein Kind" gewesen und eigentlich sei auch immer eine Euphorie zu spüren gewesen. Denn: Die Resonanz beim Fest war durchweg sehr gut – und das trotz der Sommerferien. Denn mit dem fixen Termin in der letzten Augustwochenende, in diesem Jahr wäre das der 25. und 26. August gewesen, seit man gezielt in eine Zeit gegangen, in der sonst keine anderen Feste stattfinden. Und: Die Handwerkerferien sind zu dem Zeitpunkt meist schon beendet. Für Frank Thoma hat die Absage aber noch weitreichendere Konsequenzen – denn mit ihm als Vorsitzender soll es künftig kein Sommerfest mehr geben.

"Mir fehlt dann einfach die Kontinuität – wenn man so etwas macht, sollte es jedes Jahr durchgezogen werden." Deshalb komme für ihn ein zweijährlicher Rhythmus nicht infrage, aus seiner Sicht würde man damit das Problem der fehlenden Helfer lediglich verlagern. Denn Thoma vermutet, dass auch die Überalterung der Heringsdörfler mit dem mangelnden Interesse auf der Helferseite zusammenhängen könnte. Der Verein ist 1960 gegründet worden, "seitdem haben wir kaum an die Nachwuchsarbeit gedacht – das rächt sich jetzt vermutlich." Auch in der Hinsicht, dass den Heringsdörflern nun Einnahmen fehlen.