Villingen-Schwenningen

Jörg Iwer verabschiedet sich von VS mit dem Wittenberg-Oratorium

von Schwarzwälder-Bote

Villingen-Schwenningen. Mit einem großen, von ihm komponierten Oratorium verabschiedet sich Jörg Iwer am 3. Oktober nach rund 20 Jahren am Pult des doppelstädtischen Sinfonieorchesters vom Publikum.

Aufgeführt wird ab 17 Uhr im Franziskaner-Konzerthaus in Villingen eine Eigenkomposition von Iwer: Das Oratorium "Wittenberg 1517 – Und hätte der Liebe nicht". In Kooperation mit der Villinger Kantorei unter der Leitung von Marius Mack leistet das Sinfonieorchester so einen eindrucksvollen Beitrag zum Lutherjahr. Insgesamt stehen fast 130 Musiker und Sänger auf der Bühne des Franziskaner-Konzerthauses.

Das Werk entstand in den Jahren 1999 und 2000 als Auftragswerk der Lutherstadt Wittenberg. In der Komposition verarbeitet Jörg Iwer Texte aus der Bibel, der Carmina Burana-Sammlung, von Georg Trakl, Ingeborg Bachmann und Arthur Rimbaud, Augustinus und anderen.

Das zentrale Thema ist der Aufbruch der europäischen Menschheit aus dem Mittelalter in die Moderne, ein Vorgang, der sich besonders konzentriert in der Zeit um die Reformation abspielt. Die elf Abschnitte der Komposition beleuchten jeweils einen Aspekt dieses Aufbruchs. "Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir" – der Psalmentext ist geistiger Leitfaden und ein Ufer des Oratoriums. Die andere Uferseite ist Motto und abschließender Höhepunkt: "Und hätte die Liebe nicht, so wäre nichts". Für die beeindruckende Aufführung sind fast 140 Musiker und Sänger auf der Bühne, um das Publikum auf eine musikalische Reise in die Zeit der Reformation mitzunehmen.

Immer wieder hat Jög Iwer, der sich auch als Komponist einen Namen gemacht hat, mit dem Orchester Uraufführungen eigener Werke realisiert, bei denen oft Solisten aus der Doppelstadt glänzten.

1991 hat er die Nachfolge von Claus Oberle als Dirigent des Sinfonieorchesters angetreten. In dieser Position war Jörg Iwer bis 2001 tätig, dann beendete er auf eigenen Wunsch die Zusammenarbeit, da er sich verstärkt um andere Projekte kümmern wollte. 2009 kehrte er an das Dirigentenpult des Orchesters zurück und die Zusammenarbeit erlebte eine gedeihliche Fortsetzung. Jörg Iwer lebt als freischaffender Dirigent, Komponist und Arrangeur in der Nähe der Lutherstadt Wittenberg und arbeitet unter anderem immer wieder für die Berliner Philharmoniker und ist regelmäßig in Europa und Asien auf Konzertreisen unterwegs. Regelmäßig dirigiert er das Filmorchester Babelsberg. Jörg Iwer unterrichtet an der Filmuniversität Konrad Wolff in Babelsberg.

Er hat auch eigens Werke für die Doppelstadt komponiert: Eine Hymne zur Landesgartenschau 2010, eine Festfanfare und eine Festouvertüre zum diesjährigen Stadtjubiläum.

Karten gibt es für 28, 24 und 20 Euro im Ticketshop im Franziskaner-Kulturzentrum, Telefon 07721/82 25 25, und bei allen bekannten Vorverkaufsstellen im Ticketverbund Schwarzwald-Baar-Heuberg. Schüler und Studenten bezahlen die Hälfte.