Villingen-Schwenningen

Internationalität ist bei Jauch Quartz Trumpf

von Schwarzwälder Bote

VS-Schwenningen. Die 65-jährige Geschichte der Jauch Quartz GmbH ist geprägt von zahllosen technologischen Umwälzungen. Während eines Informationsaustauschs würdigten Landrat Sven Hinterseh und Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg, Thomas Albiez, die unternehmerische Lebensleistung des Seniorchefs Thomas Jauch.

1954 gegründet, erlebte das Unternehmen in der seinerzeit prosperierenden Schwenninger Uhrenindustrie in den 1960er-Jahren zum Teil "goldene Zeiten", berichtete Jauch. Die folgende Krise der Uhrenindustrie sei auch für Jauch existenzgefährdend gewesen, "wir haben dann den Einstieg in die Elektronik gewagt". Heute ist die Jauch-Unternehmensgruppe laut IHK-Mitteilung Spezialist für Quarze, Oszillatoren und Batterie-Technologie. Als eines der führenden Unternehmen im Bereich frequenzgebender Bauteile und Experte auf dem Zukunftsmarkt der Lithium-Ionen- und Lithium-Polymer-Batterie-Packs hat die Gruppe 2018 mit 140 Mitarbeitern einen Rekordumsatz von 45,8 Millionen Euro erzielt.

1986 in China investiert

Jauch hat frühzeitig die Internationalisierung vorangetrieben, denn bereits 1986 wurde mittels eines Joint Ventures in China investiert. Neben der eigenen Fertigung am Standort Villingen-Schwenningen verfügt die Jauch-Gruppe heute über Produktionspartner in Taiwan, China und Bulgarien. Internationalität gibt es aber nicht nur im Geschäft mit weltweit 45 Vertretungen: 16 Nationalitäten sind in der Mannschaft in der Doppelstadt vertreten. "Unser wichtigster Schatz sind unsere Mitarbeiter", kommentiert Thomas Jauch.

Besonders erfreut zeigten sich Sven Hinterseh und Thomas Albiez, dass bereits seit mehr als 25 Jahren am Hauptsitz in Schwenningen frequenzgebende Bauteile (Quarze) gefertigt und seit 2012 auch Batterien zusammengebaut werden. Während eines Rundgangs informierten sich die beiden Besucher über die synthetische Herstellung der Quarze. "25 Millionen frequenzgebende Bauteile können wir im Monat produzieren", erläuterte Michael Steidinger, Direktor Operations.

Um die schnelle Verfügbarkeit zu garantieren, unterhält Jauch eines der weltweit größten Lager für frequenzgebende Bauelemente. Neben Branchen wie der Medizin- und Sicherheitstechnik zählen Unternehmen aus dem Automotive-Bereich zu den Kunden. Dabei werden Batterien für Ortungs- und schlüssellose Zugangssysteme sowie andere Sicherheitsfunktionen geliefert. Die Zellen werden aus Asien bezogen, die Firma achtet auf eine breite Lieferantenbasis. Hierbei helfe es sehr, dass man in China gut vernetzt ist, betonte Jauch.

Albiez und Hinterseh bezeichneten Jauch als leuchtendes Beispiel eines flexiblen Mittelständlers, der neue Technologien nutzt und Veränderungen aktiv mitgestaltet: "Die breite internationale Aufstellung mit hohem Exportanteil zeigt, dass die Region vom weltweiten Handel profitiert." Alle Beteiligten waren sich daher einig, dass der Europawahl weitreichende Bedeutung zukommt und ein "Ja zu Europa" die beste Antwort auf die aktuellen Verwerfungen darstellt.