Villingen-Schwenningen

Im Wildpark wird es mörderisch

von Michael Pohl

Die Emmendinger Theatergruppe "ungeniert" kommt für drei Darbietungen in das Wirtshaus Wildpark. Beim Dinner-Krimi gibt es für die Gäste neben Mordfällen in mehreren Akten auch ein Drei-Gänge-Menü.

VS-Schwenningen. Lokal-Inhaberin Bianca Wälde hat den Wildpark am Stadtrand von Schwenningen längst zu mehr gemacht als nur einer Gastronomie. Mit regelmäßigen Konzerten und anderen Events sorgt sie dafür, dass ihre Gäste nicht nur mit vollem Magen nach Hause gehen, sondern auch bestens unterhalten werden.

Nun wagt sie in Sachen Veranstaltungen einen weiteren Schritt und bietet im Juli, September und November gleich drei Termine für ein Dinner-Krimi an. Dabei werden Theaterstücke mit thematisch passenden Köstlichkeiten kombiniert. Die Idee ist zwar nicht neu, dass der Wildpark dafür aber eine geeignete Atmosphäre bietet, erkannte Wälde im vergangenen Dezember. "Die Schwarzwald-Krimi-Autoren Alexander Rieckhoff und Stefan Ummenhofer haben bei uns eine Autorenlesung veranstaltet und die kam bei unseren Gästen super an." Der erste Termin sei innerhalb eines halben Tages ausverkauft gewesen.

Jetzt wird die Gastronomin noch einen Schritt weiter gehen und sich Theaterschauspieler ins Haus holen. Dass es ausgerechnet die Gruppe "ungeniert" aus Emmendingen sein wird, ist einem kuriosen Zufall geschuldet. "Wir hatten uns überlegt, ein solches Dinner-Krimi zu machen und am Tag darauf hatte ich einen Flyer im Briefkasten – von genau dieser Gruppe." Normalerweise, so erklärt Wälde, bucht sie für Konzerte stets ortsansässige Bands und bietet diesen eine Bühne. "Ich fand das Anschreiben des Flyers aber so sympathisch, dass ich gleich das Gefühl hatte, das passt."

Normalerweise buche sie nur Künstler, nachdem sie sich Hörproben oder andere Informationen ausführlich zu Gemüte geführt habe. Bei "ungeniert" lief das anders: "Wir vereinbarten die Stücke und die Termine und wurden anschließend zu einer Vorführung eingeladen", erzählt Wälde. Und diese bestätigte ihr dann, die richtige Schauspiel-Truppe ausgewählt zu haben. Und so werden die Darsteller um Dieter Frick am Freitag, 12. Juli, ihr Stück "Attentat im Hippiehaus" im Wirtshaus Wildpark aufführen. Am Freitag, 27. September, folgt dann die Aufführung "Zum singenden Anton und die Hannelore" und am 22. November, ebenfalls ein Freitag, folgt "Die Bürgermeisterwahl".

"Die Stücke spielen in drei vollkommen verschiedenen Zeiten. Das Premierenstück finde ich thematisch ganz lustig, das Volksmusik-Stück passt natürlich bestens in den Wildpark und ›Die Bürgermeisterwahl‹ war eine Empfehlung der Schauspieler", berichtet Bianca Wälde. Der Ablauf der Abende wird immer ähnlich, keinesfalls aber in ein Korsett geschnürt sein.

Damit die Gäste gleich richtig in das Stück reinkommen, beginnen die Abende mit dem ersten Akt, erklärt Bianca Wälde. Dieser dauere 25 Minuten, anschließend gibt es die Vorspeise. "Es folgt, sobald die Teller leer sind, der zweite Akt, ebenfalls mit 25 Minuten Spieldauer." Nach dem Hauptgang servieren die Darsteller den dritten Akt (20 Minuten), gefolgt vom Nachtisch und dem letzten Akt mit einer Länge von 15 Minuten. "Bei den Stücken werden Gäste miteinbezogen. Das heißt, der Ablauf ist von Veranstaltung zu Veranstaltung individuell", erklärt Wälde.

Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19 Uhr, Einlass ist ab 18.30 Uhr. Karten gibt es ab sofort im Wildpark zum Preis von 68 Euro. Darin enthalten ist selbstverständlich das Drei-Gänge-Menü.

Weitere Informationen: Informationen zur Theatergruppe gibt es im Internet unter: www.ungeniert.com.

Freitag, 12. Juli, "Attentat im Hippiehaus": Das Stück spielt 1970. Ursula erbt das Gebäude von ihrer Oma und möchte dort eine Hippiekommune gründen. Das bringt die ganze Gemeinde in Aufruhr, ihr eigener Vater, Vorsitzender einer Bürgerinitiative, will dies unter allen Umständen verhindern und kämpft mit allen Mitteln für eine moralisch einwandfreie Gesellschaft.

Freitag, 27. September, "Zum singenden Anton": Bei der Aufzeichnung der beliebten Volksmusiksendung "Zum singenden Anton" geschieht ein Verbrechen. Doch der Regisseur Roland Kudschinski sorgt gemeinsam mit dem Produzenten dafür, dass die Polizei nicht verständigt wird, bevor die Sendung komplett aufgenommen ist. Ganz unter dem Motto "The show must go on".

Freitag, 22. November, "Die Bürgermeisterwahl": Am Abend vor der Bürgermeisterwahl 1890 treffen sich alle wichtigen Bürger zu einem Drei-Gänge-Menü. Der alte Bürgermeister will wieder gewählt werden und stimmt die Gemeinde auf die Wahl ein. Doch der Abend sollte nicht so glatt verlaufen wie gedacht. Ein Mord geschieht und gemeinsam mit dem Dorfpolizisten werden die Gäste ermitteln. Nichts ist wie es scheint und die ehrenwerte Gesellschaft hat viel zu verbergen.

Bei allen Aufführungen ist es vonseiten der Theatergruppe gerne gesehen, wenn sich das Publikum entsprechend des Stücks oder der Zeit, in der es spielt, kleidet. Allerdings ist dies kein Muss für die Gäste.