Villingen-Schwenningen

Haupttext

von Alexander Kauffmann

Die meterhohen Flammen schlagen ins Haus, während die eingeschlossenen Menschen um ihr Leben fürchten. Als die Feuerwehr eintrifft, blicken die Bewohner im brennenden Haus Ende September in der Gerberstraße bangend aus dem Fenster – das Treppenhaus ist unpassierbar geworden. Christoph Rothfuß war einer der ersten Feuerwehrmänner vor Ort. "Die Mutter schrie aus dem Fenster, dass sie ihr Kind herunterschmeißt", erinnert er sich an diese dramatische Szene.

Mit der Drehleiter fuhr er gleich mehrfach gute zwölf Meter hoch, um die Eingeschlossenen zu retten, darunter zwei schwerverletzte Bewohner. Die schmalen Dachfenster erschwerten ihm den Job zusätzlich. "Das war harte Arbeit", sagt Rothfuß. "Da fällt einem schon ein Stein vom Herzen, wenn es geschafft ist und alle gerettet sind." Bis etwa sechs Uhr war er an diesem Morgen im Einsatz, danach erschien er am Arbeitsplatz.

Eingetreten ist der heute 21-Jährige bereits mit zwölf Jahren. "Mich hat die Feuerwehr von Kindheit an begeistert", erzählt er, vor allem wegen der großen Fahrzeuge und der imposanten Drehleiter. Einmal eingetreten, lernte er in der Jugendfeuerwehr die Grundlagen: Was hat es mit den Schlauchgrößen auf sich? Wie heißen die Werkzeuge? Welche Arten von Leitern gibt es? Und was haben die verschiedenen Warnschilder zu bedeuten?

Erster Einsatz 2014

Immer wichtiger werde mit der Zeit das Gemeinschaftsgefühl, weil man sich auf den anderen im Einsatz immer verlassen können müsse. Und ganz wichtig für ihn: "Wenn man nicht darauf scharf ist, anderen Leuten zu helfen, ist das die falsche Einstellung."

Viele Abzeichen, theoretische und praktische Prüfungen weiter ist der große Moment für ihn im Sommer 2014 gekommen: der erste echte Einsatz. "Ich war schon aufgeregt", aber entgegen seiner Erwartung musste er in der Wache bleiben – vor Ort waren schon genug Feuerwehrmänner. Einige Monate später noch ein Einsatz: Rothfuß kümmerte sich um die Wasserversorgung, legt Schläuche, zapft Hydranten an –­ "mit jedem Einsatz wächst die Erfahrung", sagt er. Bei seinem jüngsten Einsatz in der Gerberstraße fuhr er auf dem ersten Einsatzwagen an den Ort des Geschehens und war "erstaunt, wie geordnet alles abläuft". Doch er sagt auch: "Vor allem in den ersten Minuten muss der Einsatz flutschen" – gerade, wenn Menschen von Flammen eingeschlossen sind und verzweifelt um Hilfe schreien, wie es in der Gerberstraße erst vor wenigen Wochen wirklich passierte. Da entscheiden nur Sekunden über Leben und Tod.