Villingen-Schwenningen

Gutachter auf der Zielgeraden

von Schwarzwälder Bote

Villingen-Schwenningen (cos). "Rettet unser Freibad!" – kaum haben die Tannheimer diesen Notruf für ihr kleines, aber feines Freibad abgesetzt, werden sie an verschiedenen Stellen auch schon erhört. Mit einer großen Spendenaktion möchten die Tannheimer das schier Unmögliche schaffen. Wer vor 14 Jahren glaubte, mit dem Verkauf des Freibades für einen symbolischen Euro an einen Verein sei das Ende des Tannheimer Freibades eingeläutet worden, der muss heute erkennen: Er irrte. Stattdessen schaffen die Tannheimer es seit 14 Jahren nicht nur, mit lediglich 35 000 Euro Zuschuss seitens der Stadt jährlich den Betrieb des Bades aufrecht zu erhalten und alle dort anfallenden Arbeiten im Ehrenamt zu erledigen. Sie haben es sogar geschafft, ein stattliches Sümmchen auf die hohe Kante zu legen: 280 000 Euro Rücklagen bildete der Förderverein in dieser Zeit.

Nun aber soll das Wunder von Tannheim ein zweites Mal geschehen, denn das Familienbad ist vom Aussterben bedroht. Eine große Sanierungsmaßnahme muss in den nächsten Jahren erfolgen. Wie teuer genau diese werden wird, ist noch unklar, doch fest steht: Rund eine Million Euro könnte die Maßnahme kosten. Geld, das der Verein nicht hat und im normalen Betrieb auch nicht aufbringen kann. Deshalb soll es nun eine groß angelegte Spendenaktion richten.

Der Aufruf der Tannheimer drang bereits weit in die Region. "Die ersten Reaktionen blieben nicht aus", freute sich Karl-Heinz Bartsch-Pubanz om Förderverein im Gespräch mit dem Schwarzwälder ­Boten nach dessen Berichterstattung. Zehn goldene Eintrittskarten, die für 500 Euro zum lebenslangen Eintritt berechtigen, wurden bereits verkauft. Und das Ehepaar Jeanette und Peter Biermann aus Schönwald möchte sogar ein Benefiz-Orgel-Konzert in Tannheim zugunsten des Freibads geben. Die beiden sind mit ihren einzigartigen, spektakulären Drehorgelkonzerten weit über die Grenzen des Schwarzwalds hinaus bekannt geworden und stehen für das etwas andere Konzerterlebnis. Im Herbst könnte dies zugunsten des Freibads auch hier zu erfahren sein.

Unterdessen drehen sich auch die behördlichen Räder weiter. Am Montag trafen sich die Freibad-Verantwortlichen zum ersten Gedankenaustausch mit dem Gutachter aus Freiburg, Baubürgermeister Detlev Bührer und dem Stadtwerke-Chef Ulrich Köngeter. "Das Gutachten wird etwa in sechs bis acht Wochen fertig sein", kündigt Bartsch-Pubanz an und meint: "Das wird dann für alle richtig spannend."