Villingen-Schwenningen

Großes Können und ausgeprägte Musizierlaune

von Siegfried Kouba

Villingen-Schwenningen. Dozenten und Schüler der Klarinetten- und Fagottklasse der Musikakademie Villingen-Schwenningen gestalteten das Konzert im Abt-Gaisser-Haus.

Die Zusammenarbeit von Musikakademie und Bürgerstiftung ist bestens und man kann schon von einer Verschwisterung sprechen, bewiesen durch eine Matinée.

Sabine Streck, Vorsitzende des Fördervereins der Bürgerstiftung, begrüßte am Sonntag Freunde der Musik und der Bürgerstiftung und freute sich, dass neben den Dozenten Nadia Sofokleous, Jure Robek (Klarinetten) und Robert Oros (Fagott) auch Schüler die Konzertgestaltung übernahmen. Sie erbat für die Stiftung um ein "Rascheln im Spendenkörbchen".

Die Klarinetten- und Fagottklasse bot ein ausgewogenes Programm, eröffnet durch die drei Profis mit dem Presto aus Beethovens Klarinettentrio, das großvolumige Klangwelten und technische Gewandtheit offenbarte. Die Preisträger bei "Jugend musiziert" Clara Schwarzwälder, Pauline Graf und Adina Hauser boten mit dem mehrteiligen "Pepper & Salt" (Garland) dunkel gefärbte Impressionen, geschwungene Tonbögen, lustig-kinderliedhafte Passagen und jazzige Einlagen mit Martinshorn-Motiv.

Die Musikakademie gibt auch Erwachsenen Ausbildungsmöglichkeiten, umgesetzt durch Michaela Ummenhofer, Verena Städele und Stefan Kees, die beachtliches Können bei einem Allegro moderato von Jacques-Jules Bouffil bewiesen. Das Trio ließ gute Einstudierung, wechselnde Führung, kecke Trillerketten, satten Ton und klassisch-romantische Ausstrahlung hören. Ein elegantes Arrangement für zwei Fagotte boten danach Hanna Cazanelli und Robert Oros mit Joplins "The Entertainer" bei gesanglich-schwingendem Ton. Ein ganzes Potpourri an ungarischen Tänzen und Volksliedern präsentierten die Preisträger Simon Haß und Ruben Heinrich mit ihren Klarinetten bei Stimmungen von wehmütig-pastoralen Klängen, ausgelassener Tanzmusik, Naturschilderung, musikalischem Wettstreit und ausgewogener Dynamik, Rhythmik und Phrasierung.

Dann waren wieder die drei Profis gefragt, die Teile des Divertimentos Nr. 3 für Bassethörner von Mozart interpretierten: zupackend, mit ausgefeilten Zusammenspiel, feiner dynamischer Abstimmung, süßlichem Schmerz, keck-pfiffigem Staccato und großer Musizierlaune. Zum Schluss: Vier Klarinetten, Fagott und Bass-Klarinette, die russische Folklore, einen slawischen Tanz von Dvorak und den Ungarischen Tanz Nr. 5 von Brahms interpretierten. Starker Applaus war selbstverständlich.