Villingen-Schwenningen

Großer Umzug der Zuggesellschaft

von Eva-Maria Huber

VS-Villingen - Die Konkurrenz hat doch keine Chance. Villingen ist nicht eine, sondern "die" Narrenhochburg schlechthin. Wer das immer noch bezweifelt, der muss das Umzugsfinale am Dienstag verschlafen haben.

Es ist der große Tage der Villinger Zuggesellschaft und der letzte Tag des Umzugs-Reigens 2018. Rund 35.000 Zuschauer erleben ein prächtiges Finale bei bombastischem Wetter und ausgelassener Stimmung.

Auch unsere Fasnets-Reporter haben sich ins Getümmel gestürzt:

Für einen Nachmittag lang ziehen zahlreiche Hästräger aus der Doppelstadt und den umliegenden Gemeinden durch die Hauptachsen der Stadt und sorgen für einen stimmungsvollen und sicherlich lange nachwirkenden Schlusspunkt unter eine erneut glänzend gelungene Fasnet. Da wird getanzt, geschunkelt und gesungen, mancher hätte gerne ein wenig Stroh von den Wueschte abbekommen, doch die wollen es selbst warm haben und geizen mit dem Material. Bei den eisigen Temperaturen halten die Zuschauer auch krampfhaft ihre Hüte und Kappen fest. Stachi: Keine Chance.

Lange vor dem fast dreistündigen Zug drängen schon Tausende von Menschen in die Villinger Innenstadt, um sich die Pole Position zu sichern. Die Fasnetsvereine sind dafür bekannt, dass sie mächtig austeilen und so prasseln Schokolädchen, Malzer und andere Leckereien auf das närrische Volk an der Straße herab. Vorausgesetzt man hat noch die Stimme dazu, um mit einschlägigen Rufen auf sich aufmerksam zu machen.

Beste Stimmung also schon vor dem musikalischen Auftakt: Asiatische Besucherinnen üben den Fasnetsruf der Katzenmusik und stimmen zu dritt ein kräftiges Miau an, schwäbische Besucher beichten ohne Neid, warum sie nicht zuhause, sondern eben hier in Villingen sind: "Hier ist es einfach luschtiger." Ein paar Damen tauschen sich über die männlichen Umzugsteilnehmer aus: "In Uniform gefällt er mir richtig gut, ansonsten nicht." (Name des Uniformierten ist der Redaktion im übrigen bekannt).

Zukunftssorgen, das brauchen sich zumindest die Vereine und Zünfte nicht zu machen. Überall ist reichlich "Some" unterwegs. Die Aufschrift auf einem Wagen: "Mir Villinger sterbet nie uus" traf es auf den Punkt und dies waren keine "Fake News".

Anselm Säger, Erster Zunftmeister der Historischen Narrozunft, ist ebenfalls erleichtert. Für ihn und die übrigen teilnehmenden Vereine geht eine stimmungsvolle wie harmonische Fasnet zu Ende.

Aufgrund des schlechten Wetters am Montag und damit manch "verdetschtem" Kragen ist er doch angenehm überrascht über die große Zahl von Maschgere, die am Dienstag die Straßen säumen. "Es war unglaublich schön."

Der "anstrengendste Tag" der närrischen Saison 2018 kommt jedoch noch. Am Aschermittwoch "geht es ans Aufräumen", so Säger. "Besser geht es nicht", so auch die positive Bilanz aus dem Polizeipräsidium Tuttlingen und von Pressesprecher Dieter Popp: "Es lief alles bestens."

In unserem Livestream konnten auch Daheimgebliebene den Umzug miterleben - auf unserer Facebookseite und hier: