Villingen-Schwenningen

Gegen öffentliches WLAN: Mediziner erhält Unterstützung

von Eva-Maria Huber

Villingen-Schwenningen - Die Häme, sie kommt mitunter krachend gegen ihn, den Mediziner Klaus Dold, der vor kurzem eine Unterschriftenaktion gegen öffentliches WLAN in VS und den 5G-Ausbau startete. Doch mit seiner Meinung und der Warnung vor möglichen Risiken steht er nicht alleine da. Auch Kollegen unterstützen ihn.

Klaus Dold geht’s bei seiner Aktion ums WLAN und die Pläne der Stadtwerke, ein öffentliches Netz in VS zu schaffen. Mit einer Unterschriftenaktion möchte er eine Ausrüstung vieler Stadtleuchten mit Sendeanlagen und den Einzug der 5G-Technologie in VS verhindern. Der Villinger Arzt sagt im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten klipp und klar, was ihn umtreibt: "Ich wehre mich gegen eine zusätzliche Strahlenbelastung, vor der ich mich nicht schützen kann."

Risiken sehen auch andere

Fast zwei Monate ist es her, dass der Mediziner und Mit-Initiator des mittlerweile still gelegten Mobilfunkbeirates der Stadt, in diversen Geschäften der Stadt Unterschriftenlisten auslegte. Mit Erfolg, wie sich abzeichnet. Nicht nur, dass auf den ausgelegten Listen fast 300 Unterschriften zu lesen sind, auch von Kollegen bekommt Dold nicht nur vereinzelt Unterstützung: An die 20 Mediziner aus Villingen-Schwenningen haben unterschrieben, darunter niedergelassene Ärzte, die Gefahren in Zusammenhang mit der Strahlung sehen".

Die Unterstützung aus den eigenen Berufsreihen freut Dold besonders, zumal Nutzer sozialer Netzwerke teilweise mit beißendem Sarkasmus das Engagement des Mediziners kommentierten. Natürlich, räumt er ein, gebe es auch welche, die das Thema "nicht ernst nehmen" und ihn belächelten. Und noch einen bekannten Unterstützer hat er gefunden, einen leitenden Pädagogen aus VS. Dieser beobachtet seit geraumer Zeit eine abnehmende Konzentrationsfähigkeit bei Schülern und sieht dies als "Folge" des permanenten Handykonsums und der damit verbundenen Strahlenbelastung.

Listen ziehen wie Magnet

Doch trotz teils heftigem Gegenwind bleibt der Villinger dabei: "Mit einem öffentlichen WLAN-Netz und dann noch mit dem geplanten Aufbau des 5G-Netzes kommen weitere Belastungen auf uns zu." Zumal der Einzug der neuen Technologie mit einer "Massierung" der Sendeanlagen verbunden sei. Denn damit "steigen die Risiken für die Gesundheit", verweist der Mediziner auf entsprechende Studien und Ärzteinitiativen, die sich gegen den Ausbau bundesweit stark machen.

Doch nicht nur Dold ist überrascht in Bezug auf die große Resonanz auf die Unterschriftenaktion. Geschäftsinhaber Stefan Kleyling (Uhren Griesßhaber) staunt ebenfalls nicht schlecht über das Echo. Da gebe es viele Passanten, die nur in den Laden hineinkommen, um ihre Unterschrift zu setzen. "Wo kann ich unterschreiben", war eine der Fragen, die Kleyling in den letzten Wochen häufig hörte.

Wie reagieren die Stadtwerke auf die Aktion des Mediziners? Was plant die Stadt? Geraten die Pläne ins Stocken, in den Fußgängerzonen von Villingen und Schwenningen ein öffentliches WLAN-Netz aufzubauen? Noch könne die Stadtverwaltung nichts zu den Listen sagen, so Madlen Falke von der Pressestelle der Stadt. "Wir haben sie ja noch gar nicht."

Zum Dialog bereit

Wie die SVS setzt auch die Verwaltung auf Dialog. Grundsätzlich verfolge die Stadtspitze um Oberbürgermeister Jürgen Roth den WLAN-Ausbau. Wie berichtet, sollen 27 Straßenleuchten mit Routern ausgerüstet und an das Telekommunikationsnetz angeschlossen werden.. 5G ist für die SVS noch kein Thema: "Das von uns ausgesuchte Router-Modell ist nicht 5G-tauglich", äußert sich SVS- Pressechefin Susanna Schmidt. "Es müsste zu gegebener Zeit umgerüstet werden."