Villingen-Schwenningen

Gefühle zwischen Liebe und Hass

von Birgit Heinig

Was macht Liebe aus? Diese Frage stellten sich die Theater-AG und das Orchester des Gymnasiums am Romäusring (GaR) in ihrem neuen Stück "Sein nichts haben", das in der Schulaula vor rund 100 Zuschauern aufgeführt wurde.

VS-Villingen. Zwei Menschen sind füreinander bestimmt, die Hochzeitsvorbereitungen laufen in vollem Gange und niemand scheint zu merken, dass die beiden sich alles andere als zugetan sind.

Mehr noch – sie macht einem anderen schöne Augen. "Ich will nur ein wenig an ihn denken, das kostet ja nichts", sagt sie, während ihre Brautjungfern wie eine aufgeregte Hühnerschar um sie herum wirbeln. Der "Schönling und Windhund", wie ihr die Familie einbleut, hat ebenfalls nur Augen für die Braut und widersteht jedem penetrant versuchten Flirt. Der Bräutigam, dessen Liebe zu der ihm zugedachten Frau auch nicht tief ist, sieht sich gleichwohl verletzt und nimmt sich das Leben.

Aus einer Hochzeits- wird eine Beerdigungsfeier – auch die will vorbereitet sein. Die Nun-nicht-mehr-Braut glaubt sich frei für den Liebsten, doch der zeigt ihr plötzlich die kalte Schulter und gibt ihr die Schuld am Tod des anderen. Heftige Gefühle zwischen Liebe und Hass darzustellen ist nicht leicht – die Theaterschüler beherrschten aber auch dieses Genre brillant und vermitteltem dem Publikum ihre Botschaft eindrücklich: Liebe sind nicht nur Schmetterlinge im Bauch, sondern da steckt mehr dahinter: Vertrauen, Verantwortung, Verständnis und das Zurücknehmen der eigenen Interessen. Die verschmähte Braut muss das am Totenbett des Ungeliebten schmerzlich erkennen.

Man habe eigentlich einmal eine andere, leichtere Geschichte – ein Liebesstück eben – erzählen wollen nach den sozialkritischen Themen der letzten drei Jahre, erzählte AG-Leiter Rico Knothe am Rande des Theaterabends und lacht. Entstanden sei indes ein gleichsam anstrengendes Stück, dessen Gesellschaftskritik am Ende noch tiefer gehe als bei Themen wie Flüchtlinge und Umwelt. Schließlich gehe es um Grundlegendes wie das menschliche Miteinander in einer funktionierenden Gesellschaft. Die Theater-AG wurde professionell begleitet vom Schulorchester, das mit Puccini-Arien glänzte.

 Leitung: Christian Wallner, Rico Knothe und Wolfgang Diehm.

  Musiker: Marilena Dinser, Martin Dürr, Pauline und Felix Graf, Carla Greimel, Simon und Teresa Haß, Jakob Hehn, Sarah Kilzer, Sven Köbler, Moritz Noeske, Marcel Rüb und Annemie Werner.

 Schauspieler: Sarah Büchler, Larissa Gaede, Aurelia Glatz, Oliver Götz, Niloufar Hayat, Cornelia Iurcu, Jonathan Krien, Naomi Krinner, Jovan Marković, Akhila und Cayana Rajh, David Rzepka, Thearany San, Susanne Stober, Vivien Weber und Marcus Westhoff.