Villingen-Schwenningen

Führungswechsel: Sören Pfundstein löst Sascha Keller ab

von Linda Seiss

Villingen-Schwenningen. "Ich möchte mit sofortiger Wirkung von meinem Amt als Vorsitzender des Jugendgemeinderats zurücktreten und bitte euch darum, mich von meinem Mandat für den Jugendgemeinderat zu entbinden", begann Sascha Keller die Sitzung am Donnerstagabend. Begründet hat er sein Ausscheiden noch während der Amtszeit damit, dass er sich auf sein bevorstehendes Studium konzentrieren wolle und daher nicht garantieren könne, sein Amt weiterhin so auszufüllen, wie er es für richtig halte.

Zögerlich erkundigten sich die Mitglieder, welche Aufgaben auf sie zukommen würden, ließen sie sich zur Wahl aufstellen. "Das Vorstandsteam vertritt den JGR nach außen", erläuterte Marven Strittmatter. Zudem kämen organisatorische Aufgaben rund um die JGR-Sitzungen, das Wahrnehmen und Koordinieren von Terminen sowie die Kommunikation mit dem Gemeinderat hinzu. Arnim Bogatzki und Sören Pfundstein kandidierten. "Ich bin seit den Anfängen im Vorstand, mir macht die Arbeit sehr viel Spaß und ich habe auch gesehen, was nicht so gut geklappt hat", lautete die Kandidaturrede von Bogatzki. Pfundstein setzte auf eine kurze Begründung: "Ich habe Bock auf politische Arbeit. Ich möchte, dass der JGR weiterläuft und, dass das Ganze funktioniert."

Oberbürgermeister Rupert Kubon wies die Jugendlichen darauf hin, dass die Neuwahlen strukturell angreifbar wären, da sie nicht auf der Tagesordnung standen und einige Jugendgemeinderatsmitglieder nicht anwesend waren. Dennoch hielt der JGR die Neuwahlen ab.

OB Kubon und Sabine Braun, Abteilungsleiterin Amt für Jugend, Bildung, Integration und Sport, bildeten die Wahlkommission. "Wir haben elf abgegebene Stimmen, von denen alle elf gültig sind", sagte der OB nach der Auszählung. Drei Stimmen gingen an Arnim Bogatzki, acht an Sören Pfundstein, der damit neuer Vorsitzender des Jugendgemeinderats ist. "Glückwunsch –­ und viel Erfolg in deinem neuen Amt", sagte Keller beim Handschlag zu seinem Nachfolger. Pfundstein nahm seinen Platz ein und leitete die Sitzung, die vorerst planmäßig weiter ging.

Die Jugendgemeinderäte berichteten von den Themen in den Ausschüssen. In den Fokus rückte dabei die Diskussion um die Stadtbibliotheken. OB Kubon erklärte sich bereit, Fragen dazu zu beantworten. Sorge hatten die Jugendlichen vor allem um die Zusammenlegung der Bibliotheken und der damit einhergehenden Schließung der Villinger Stadtbibliothek. Diese konnte der OB nehmen. Die Villinger Bibliothek sei nicht Bestandteil der diskutierten Beschlussvorlage. "Das eine hängt nicht mit dem anderen zusammen." Es gehe vielmehr um den Vorvertrag mit dem Investor und damit zusammenhängende Fragen und Antworten. "Bis der definitive Kaufbeschluss fällt, werden noch mehrere Monate vergehen", sagte Kubon. "Dann schlagen wir vor, dass wir uns in der nächsten Sitzung näher damit befassen", so der Vorstand des JGR. Das Angebot des OB, zwei Fachleute von beteiligten Ämtern zur nächsten Sitzung dazu zu holen, nahmen die Jugendlichen an.

Unter Vorbehalt wurde das Logo des JGR einstimmig verabschiedet. Es müsse nochmals auf das Corporate Design der Stadt geprüft werden. Nachdem dem Antrag auf das Ausscheiden von Sascha Keller zugestimmt wurde, war der JGR nicht mehr stimmfähig, sodass der Tagesordnungspunkt "Wahl des Jugendgemeinderats 2017" auf die nächste Sitzung vertagt werden musste.