Villingen-Schwenningen

Einblick in Alltag des Höflebauern

von Rita Bolkart

Aus völlig unterschiedlichen Gründen nehmen Gäste und Einheimische an den Bauernhofbesichtigungen teil. Michaela und Michael Kienzler öffneten dazu die Türen des Schonacher Höflebauernhofs und freuten sich über die vielen Besucher, die sich für ihren landwirtschaftlichen Betrieb interessierten.

Schonach. Für den Schonacher Günter Herr ist es die Gelegenheit, die Schwarzwaldhöfe mal von innen zu sehen. "Man sieht die Höfe sonst nur von außen und hat keine Ahnung über die Bewirtschaftung und wie die Arbeitsabläufe sind", erklärte er. Bereits zuvor informierte er sich über die Wirtschaftsweise in der Christbaumkultur im Kolbenloch. Außerdem fand er, erlebe man die heimi sche Landwirtschaft ganz nah.

Ausstellung historischer Geräte in der Tenne

Die klein strukturierte ­Landwirtschaft im Schwarzwald lockte auch Claudia Schmidt und Walter Fünfgeld aus der Lausitz zum Höflebauern. "Ich wollte mal sehen, wie die Bauern hier im Schwarzwald so über die Runden kommen bei dem schwierigen Gelände", bestätigte Walter Fünfgeld. Aus ihrer Heimat kennt das Paar überwiegend die großen Höfe, die aus den landwirtschaftlichen Produktionsgenosenschaften hervorgingen. Im Gegensatz zu den Vier-Seiten-Höfen der Lausitz wäre der Schwarzwälder Bauernhof eine andere Nummer. Sie interessierten sich sehr für die Ausstellung der historischen Geräte und Maschinen, die Michael Kienzler in der Tenne zu einem kleinen Museum zusammengefügt hatte.

Für die Familie Heinzelmann aus Stuttgart ging der Plan nicht ganz auf. Die vier Kinder von Simone Heinzelmann hatten sich erhofft, auf Tuchfühlung mit Kälbchen, Schweinen und anderen Hoftieren gehen zu können. Die Mutterkuhherde aber weidete am Höfleberg und war nicht in Streichelstimmung. Dafür hatte die Familie auf dem Schalensteinweg eine tolle Wanderung erlebt, wie Simone Heinzelmann versicherte. Trotzdem fand sie es interessant, einen Bauernhof realistisch sehen zu können, abseits von Werbebotschaften und Schwarzwaldklischees.

Für Andrea Kübler und Jürgen Kopp aus St. Georgen hatte die Bauernhofbesichtigung einen komplett anderen Hintergrund. Als Besitzer eines Schwarzwaldhofs mit Sanierungsbedarf interessierten sie sich für praktikable Lösungen bei einem möglichst authentischen Umbau. Ute und Jochen Schuh aus Bietigheim-Bissingen wollten genau sehen, was in einem Schwarzwaldhof so vor sich geht und wie so ein Hofleben aussieht.

Ferienland total erlebte das Ehepaar Schuh an diesem Tag. Sie ließen sich von der Langenwaldschanze beeindrucken und vergaßen mit ihrem Museumsführer im Schwarzen Tor in St. Georgen fast die Zeit. Da passte der landwirtschaftliche Betrieb vom Höflebauer Michael Kienzler in den Erlebnistag von Ute und Jochen Schuh. Bei der Hofrunde im alten Brunnengang und Stall, im neuen Laufstall und in der Tenne erläuterte Michael Kienzler, worauf er und seine Frau Michaela bei der Bewirtschaftung Wert legen und wie die Tagesabläufe im Sommer und im Winter vor sich gehen.

Zum Abschluss servierte Michaela Kienzler Geistreiches aus ihrem Likörfundus, und ihr Mann Michael beantwortete gerne die weiteren Fragen der Besucher.