Villingen-Schwenningen

Die versteckte Weltelite wird gezeigt

von Michael Pohl

Oberbürgermeister Rupert Kubon und Museumsleiter Michael Hütt haben am Freitagabend die Ausstellung "Hidden Champions" im Uhrenindustriemuseum eröffnet.

VS-Schwenningen. In einem würdigen Rahmen fand der Auftakt zur Präsentation der versteckten Gewinner aus Villingen-Schwenningen statt. Das Kesselhaus des Uhrenindustriemuseums war bis auf den letzten Platz gefüllt. Gespannt schauten die Gäste auf die Leinwand, auf der ein Kurzfilm über die Firma Kendrion gezeigt wurde.

Anschließend würdigte Oberbürgermeister Rupert Kubon die Unternehmen, deren Bedeutung bei weitem nicht jedem klar sei. "Es ist eine sehr ungewöhnliche Ausstellung, mit sehr ungewöhnlichem Inhalt, an einem sehr ungewöhnlichen Ort." Doch würden Museen längst nicht mehr nur zurück schauen und die Geschichte darstellen. So habe gegenwärtige Kunst einen hohen Stellenwert und ebenso der Blick in die Zukunft, den die Ausstellung "Hidden Champions" ermögliche. "Wir wollen diese Unternehmen ins Rampenlicht rücken. Denn wir müssen nicht nur auf ehemalige Firmen wie Saba oder Kienzle stolz sein. Wir dürfen auch auf die heutigen Firmen stolz sein, die unsere Region durch ihre Arbeit bereichern", sagte das Stadtoberhaupt.

Und der OB betonte, dass die 150 Quadratmeter im Uhrenindustriemuseum "überhaupt nicht ausreichen", um all den versteckten Unternehmensgrößen eine Plattform zu bieten. "Auch deshalb sollten wir den angedachten Museumsblock, in dem unsere Museen der Stadt vereint sind, realisieren", warb er vor den rund 80 Gästen für die Zusammenlegung von Uhrenindustrie-, Uhren- und Heimatmuseum sowie der Städtischen Galerie.

Nach einem zweiten Einspieler über die Firma Continental am Standort Villingen, berichtete dann Museumsleiter Michael Hütt von seinen Erfahrungen der letzten Monate: "Ich bin wahrscheinlich derjenige, der in der Zeit der Ausstellungsvorbereitung am meisten gelernt hat." Nach allen Firmenbesuchen stellte er fest, dass Museen und Unternehmen viele Parallelen haben. "Die erste Barriere der inszenierten Zugangskontrolle findet man ebenso überall, wie eine anschließende Ausstellung", zog Hütt den Vergleich zu den Museen. "Es hat viel Spaß gemacht, die Exponate auszuwählen, denn Unternehmen sind Messe- und deshalb Ausstellungsprofis." Auch die Firma Waldmann wurde in einem Film präsentiert. Die Vereinbarung von Familie und Beruf zeichnet das Unternehmen aus.

Besondere Einblicke gaben in einer anschließenden Gesprächsrunde, die Frank Lang moderierte, Harald Burkart (Produktentwicklungsleiter bei Kendrion), Uwe Klier (Geschäftsführer Aluminium Werke Villingen) und Dirk Mergenthaler (Abteilungsleiter an der Feintechnikschule). Innovative Produkte entstehen entweder durch Aufträge von Kunden, oder durch eigene Visionen, beschrieb Burkart seinen Arbeitsalltag. "Meist sind besonders die Firmen innovativ, die Kurz vor dem Aus stehen. Denn die müssen sich etwas Neues einfallen lassen", verdeutlichte Burkart, dass Innovation für ihn nichts anderes als eine Erneuerung ist. Neuerungen gibt es immer auch an der Feintechnikschule. "Wir warten aber nicht auf Lehrplanänderungen. Wir tauschen uns mit den Firmen darüber aus, wie sich Ausbildungsberufe verändern", sagte Dirk Mergenthaler. Um auch in Zukunft gut aufgestellt zu sein, nimmt Uwe Klier Herausforderungen an: "Die Ansprüche an die Produkte werden immer größer. Diese wollen wir als Dienstleister erfüllen."