Villingen-Schwenningen

Die hohe Kunst des Netzwerkens

von Schwarzwälder Bote

"Mir ist das Menschliche wichtig", sagt Manfred Gühring aus Fluorn-Winzeln. Was auf den ersten Blick profan und oberflächlich klingt, ist das Geschäftsmodell des 50-jährigen Familienvaters. Wenn sich jemand in der Region professionell mit dem Thema Netzwerken produktiv auseinandersetzt, dann ist es der erfahrene Praktiker Gühring.

Schwarzwald-Baar-Kreis. Gühring ist Teil des IHK-Gründernetzwerks. Mit seiner Firma Teamworking-CNC bringt er elegant Angebot und Nachfrage ins Gleichgewicht. Wenn man es selbst erfunden hätte, würde man denken, es ist ganz simpel. Aber das liegt in der Natur von vielen guten Erfindungen: Sie sind im Prinzip ganz einfach. Also schauen wir einmal entspannt in die berufliche Vergangenheit von Manfred Gühring, der ganz klassisch an Maschinen gelernt hat und später die Ausbildung zum Industriekaufmann erfolgreich abgeschlossen hat.

Dass er 17 Jahre für eine renommierte Firma – unter anderem im strategischen Einkauf – tätig war, im Vertrieb und anderen verantwortungsvollen Positionen, sind wichtige Informationen, um seinen beruflichen Hintergrund zu verstehen. Der 50-Jährige setzt auf starke Partner bei der Entwicklung seines Unternehmens. Nach persönlichen Beratungsgesprächen bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg ist er seit geraumer Zeit Mitglied im IHK-Gründernetzwerk. Unterstützung fand er bei Beraterin Marlene Hauser, die bei der IHK die Themenbereiche Existenzgründung und Unternehmensförderung verantwortet. Sie beriet Manfred Gühring zum Beispiel bei der Businessplanung.

Jüngst habe er sich beim Sprechtag mit der L-Bank, der Bürgschaftsbank, informiert, berichtet Gühring. "Ich wollte schon immer auch entscheiden", erinnert sich der Praktiker, der 2001 die Prüfung zum Industriefachwirt abgelegt hat. 2014 meldete er, damals noch im Nebenerwerb, sein Gewerbe an. Teamwork-CNC nannte er seine Firma. Die Idee dahinter: Unternehmen aus dem metallverarbeitenden Bereich zu vernetzen und zu unterstützen.

Bei Gühring können seither zum Beispiel Betriebe anfragen, die einen Auftragsüberhang haben. Er kümmert sich darum, dass solche Spitzen durch externe Vergaben abgefedert werden. Doch auch Einkäufer, die nicht weiterwissen, sind dort an der richtigen Adresse: "Ich verstehe mich als Problemlöser", stellt Gühring klar. Dabei könne er auf einen Verbund kompetenter, regionaler Partner zählen. "Dank unserer Produktionspartner im Dreh- und Fräsbereich sind wir in der Lage, auch kurzfristig Aufträge zu realisieren und sind deshalb als verlängerte Werkbank hilfreich in der Produktion", so der professionelle Netzwerker.

Gühring wäre nicht Gühring, wenn er aus seinen vielfältigen Kontakten nicht noch einen weiteren Geschäftszweig entwickelt hätte. Mittlerweile stellt er mit seinem Unternehmen Verbindungen zwischen Fachkräften und Unternehmen her, die bekanntermaßen händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern suchen. An dieser Stelle profitieren wiederum alle von seinen Kontakten, und die wurden schon mal in der Freizeit während der Tätigkeit als Fußball-Jugendtrainer geknüpft – ein echter Teamplayer eben.

Das aktuelle Gründerzeit-Magazin der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg berichtet in weiteren Porträts von Gründern aus der Region und gibt Infos und Hilfe für Unternehmer der Zukunft. Das Magazin ist abrufbar unter www.ihk-sbh.de in der Rubrik Service und Beratung.