Villingen-Schwenningen

Bürgertheater entpuppt sich als Erfolg

von Martina Zieglwalner

Villingen-Schwenningen - Vier ausverkaufte Vorstellungen mit mehr als 2200 Besuchern im Villinger Spitalgarten, eine trotz Regen umjubelte Aufführung am Samstagabend, Akteure voller Spielfreude und begeisterte Zuschauer: Das Bürgertheater "Romeo und Julia in VS – Liebe vs. Hass" hat sich als voller Erfolg entpuppt.

Die Idee, Bürger aus Villingen und Schwenningen sowie aus den anderen Stadtteilen und der ganzen Region durch die gemeinsame Arbeit an einem Theaterstück zusammenzubringen und das Gemeinschaftsgefühl zu fördern, sei voll aufgegangen, freut sich Kulturamtsleiter Andreas Dobmeier. "Es war ein spannender Weg, auf den sich 100 Bürger eingelassen haben, wir wussten nicht, wie das Ergebnis sein wird", stellt er fest. Und ist um so faszinierter, vom Ergebnis des Experiments und dem Zuspruch, das es beim Publikum erntete. "Auch künstlerisch hat die Inszenierung meine Erwartungen weit übertroffen", ist er voll des Lobs über die Regie von Daniel Wahl.

Seine einzige Vorgabe sei gewesen, den Skakespeare-Klassiker mit Bezug zur Doppelstadt auf die Bühne zu bringen. "Das ist wunderbar gelungen", betont Dobmeier – nicht zuletzt dank des Engagements des Ensembles, das sich mit vielen Ideen eingebracht habe. Überhaupt sei der Einsatz aller Akteure bemerkenswert, die selbst Urlaubstage genutzt hätten, um mit Wahl an dem Stück zu arbeiten. Seit ­Februar seien sie über die Generationen zu einer Einheit zusammengewachsen. Und der Regisseur habe viele Talente herausgekitzelt, Rollen mit jungen Leuten besetzt, musikalisches wie tänzerisches Können genutzt. Mit welch Begeisterung alle dabei gewesen seien, habe sich auch am Samstag gezeigt, als die Gruppe beschloss, trotz Dauerregen zu spielen. Und selbst die Besucher hätten sich nicht von der Nässe abschrecken lassen. Nach der letzten Vorstellung seien schon Tränen geflossen, und auch aus dem Publikum sei der Wunsch zu hören gewesen, das Bürgertheater zu einer Dauereinrichtung zu machen.

"Vielleicht geht es irgendwie, irgendwann weiter", will Wahl nichts ausschließen. Er habe eine großartige Zeit erlebt, "die Leute haben einen Rieseneinsatz gezeigt, waren Feuer und Flamme". Aber das Publikum habe dieses Projekt durch die ausverkauften Vorstellungen ebenso mitgetragen. Da sei es schade, dass nach nur vier Abenden Schluss ist. Während der Proben seien viele Freundschaften entstanden, die erste Verabredung stehe bereits: vermutlich im Dezember zum gemeinsamen Anschauen des Films, der bei den Aufführungen entstanden ist.

"Ich bin sehr, sehr glücklich, dass das Stück so gut angekommen ist", äußert sich Wahl begeistert. Es sei für ihn etwas ganz Besonderes, zwei unterschiedliche Stadtteile in eine solche Produktion einzubinden. "Das Konzept ist super aufgegangen", zieht auch der Regisseur Bilanz.