Villingen-Schwenningen

Betrüger scheitern am Telefon

von (sb)

Villingen-Schwenningen - Vier ältere Bewohner der Doppelstadt Villingen-Schwenningen haben am Mittwoch Anrufe von Betrügern bekommen.

Die Angerufenen im Alter von 61 bis 82 Jahren seien durch die bisher veröffentlichten Hinweise gewarnt gewesen und hätten die Fälle, ohne Schaden genommen zu haben, der Polizei gemeldet. Nach wie vor versuchen solche Betrüger mit verschiedenen Tricks, an Erspartes, Schmuck, Wertgegenstände oder auch an persönliche Daten zu kommen, teilte die Polizei mit.

Die bekanntesten Maschen per Telefon sind der schon oft erwähnte Enkeltrick, der falsche Microsoft-Mitarbeiter oder auch, wie am Mittwoch wieder, der falsche Polizeibeamte. Opfer der Betrüger sind meist ältere Mitbürger, die sich durch das dreiste Vorgehen der Täter einschüchtern lassen, dem als Polizei- oder Kriminalbeamten ausgegebenen Anrufer vertrauen oder auch – wie im Falle des Enkeltricks – dem scheinbaren Angehörigen am anderen Ende der Leitung helfen wollen.

Um das Vertrauen zu erschleichen, nutzen die Betrüger – gerade wenn sie sich als Polizisten ausgeben – auch technische Möglichkeiten, so dass im Display der Angerufenen eine dem Notruf 110 ähnliche Telefonnummer angezeigt wird, zum Beispiel 07721/110 oder 07721/201110. Diese Nummern sind jedoch manipuliert. Die Polizei wird zu keiner Zeit Personen mit der Notrufnummer 110 anrufen.

Aus gegebenem Anlass bittet die Polizei zum wiederholten Mal, aufmerksam zu sein und ältere Familienmitglieder und Freunde zu sensibilisieren. Die Betrüger suchen in Telefonbüchern nach Menschen mit älteren Vornamen und rufen sie an. Sie sind erfindungsreich, kreativ, redegewandt, skrupellos und bundesweit aktiv. Sie nutzen das Vertrauen, das die Angerufenen in die Polizei haben, aus und verursachen mit dieser Betrugsmasche jeden Tag hohe Sachschäden und vor allem auch seelischen Beeinträchtigungen bei ihren Opfern.

Die Polizei werde nie anrufen, um sich zu erkundigen, was jemand an Bargeld, Schmuck oder Wertgegenständen zuhause hat und wie alles aufbewahrt ist. Wenn solche Fragen von angeblichen Polizisten am Telefon gestellt werden, müssen sofort alle Alarmglocken schrillen.

Am Telefon dürfen keinesfalls sensible Informationen wie Kontodaten, häuslicher Bargeldbestand oder geplante Reisen verraten werden. Niemals sollte man Wertsachen und Bargeld zur Verwahrung an Personen übergeben, die man nicht kennt, und auch keine Zahlungen tätigen. Behörden fordern niemals per Telefon zu Zahlungen auf. Wer einen solchen Anruf erhält, sollte sich die auf der Telefonanzeige erscheinende Nummer merken, das Telefonat abbrechen und sofort die Polizei verständigen.

Es gelte, niemals der sichtbaren Nummer auf dem Display des Telefons zu vertrauen. Auch wenn die angezeigte Nummer tatsächlich die des zuständigen Polizeireviers oder einer anderen Behörde sein sollte, heißt dies nicht automatisch, dass der Anrufer auch von dort telefoniert. Diese Nummern können vorgetäuscht und über das Internet generiert worden sein. Im Zweifel ist eine Vertrauensperson oder die Polizei zu Rate zu ziehen. Wer von angeblichen Polizeibeamten telefonisch kontaktiert werde, soll auflegen und unverzüglich die zuständige Polizeidienststelle unter deren offizieller Nummer oder auch über die Notrufnummer 110 anrufen.

Infos gibt es bei der Polizeidienststelle, der polizeilichen Kriminalprävention oder auch im Internet unter https://praevention.polizei-bw.de.