Villingen-Schwenningen

Bei story VS gibt es diesmal sogar ein begehbares Ohr

von Birgit Heinig

Villingen-Schwenningen. Wer gut hört, lebt länger. Davon ist Christian Mozet überzeugt. Der Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie am Schwarzwald-Baar-Klinikum in VS ist der achte Facharzt, der den Auftakt der Eventreihe story VS gestaltet. Sein Thema: "Wunderwerk Ohr".

Am Donnerstag, 26. September, will der 44-Jährige in der Neuen Tonhalle in Villingen "leicht verständlich für medizinische Laien" über die Physiologie und Anatomie des Ohres, über Hörstörungen, deren Diagnostik und Therapie referieren. Dazu spendiert das Klinikum ein begehbares Ohr, das in Überlebensgröße im Foyer zu besichtigen und zu betreten sein wird, begleitet von Fachkollegen Mozests.

Kein Zweifel lässt der im Vorgespräch, dass gutes Hören nicht nur Lebensqualität bedeutet, sondern dessen Verlust dramatische Folgen bis hin zu einem verfrühten Tod haben kann. Hörprobleme sind also nichts für die leichte Schulter. Gleichwohl seien sie verbreitet, weiß der Mediziner. Viele verschriebene Hörgeräte liegen aber in Schubladen. Mozet plädiert für den Einsatz der fortgeschrittene Technik von Hochleistungsgeräten, die auf chirurgisch höchstem Niveau auch direkt ins Mittelohr implantiert werden können. Die sogenannten Cochlea-Implantate seien heute Standard und "die segensreichste Erfindung, die es im medizinischen Bereich je gegeben hat", sagt Mozet. Damit sei das Ohr das einzige Sinnesorgan, das vollständig wiederherstellbar sei. Sogar taub geborene Kinder können auf diese Weise hören.

Die meisten "unklaren Hörstörungen" seien auf eine sich entwickelnde Altersschwerhörigkeit zurückzuführen. Den gefürchteten Hörsturz überstehen Betroffene durch spontane Erholung unwesentlich schlechter als durch Medikamentengabe. Die Ursachen sind weitgehend unbekannt.

Wie auch bei der Volkskrankheit Tinnitus. Zwar könne man die den Dauerton in der Regel begleitenden Hörstörungen behandeln, das eigentliche Problem aber weder diagnostizieren, "den Ton hört nur der Patient", noch zuverlässig "wegtherapieren". Bei Tinnitus gelte die Regel: "Wer heilt, hat Recht", sagt der Facharzt, der bei besonders schweren Fällen mit Suizidgefahr auf die Kooperation mit der Psychiatrie in der Klinik Donaueschingen bauen kann.

Christian Mozet kommt ins Schwärmen, wenn er vom "Schönsten im HNO-Bereich" spricht, der Mittelohrchirurgie. Bei Operationen unter dem Mikroskop wird unter anderem der kleinste menschliche Knochen, der nur millimetergroße "Steigbügel", bei einer besonderen Art von drohender Ertaubung durch eine Prothese ersetzt. Dem Komponisten Ludwig van Beethoven hätte diese OP das Gehör gerettet.

Weitere Informationen: Karten gibt es unter www.story-vs.de

Christian Mozets Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie am Schwarzwald-Baar-Klinikum in VS mit rund 30 Betten ist ein Medizinisches Versorgungszentrum angegliedert, in dem rund 6500 Patienten jährlich in ambulanter Sprechstunde behandelt werden, überwiesen vom Hausarzt oder nach eigener Terminabsprache, berichtet Christian Mozet.