Schwarzwald-Baar-Kreis

Temperaturen lassen Ozon-Werte steigen

von Felicitas Schück

Schwarzwald-Baar-Kreis - Die Temperaturen lassen die Ozonwerte ansteigen. Besonders Personen mit Asthma müssen auf der Hut sein. Allerdings, so Tatjana Erkert, Presseprecherin der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg, habe es im vergangenen Jahr relativ wenig Überschreitungen der Alarmschwelle gegeben.

"Diese Woche wird nicht viel passieren", meint Erkert. Bei 139 Mikrogramm pro Kubikmeter lag der Wert, den die Meßstation am Unteren Dammweg in Villingen-Schwenningen am Dienstag gegen 15 Uhr anzeigte.

Die Alarmschwelle liegt bei 240 Mikrogramm pro Kubikmeter (Ein-Stundenmittelwert). Ist dieser erreicht, gilt für alle Bürger die Empfehlung, auf sportliche Aktivitäten im Freien zu verzichten. "Ich glaube nicht, dass wir heute über 180 kommen", sagte Erkert am Dienstag. Schon gar nicht in Villingen-Schwenningen. Höhere Werte werden erfahrungsgemäß vor allem in der Rheinebene und dem Mannheimer Raum gemessen. Eine Rolle spielt auch der Wind. Die höchsten Ozonwerte werden am Nachmittag und am Abend gemessen, denn Ozon braucht Licht, um sich zu bilden. Die höchsten Ozonwerte gab es am Dienstag unter anderem in Eggenstein bei Karlsruhe, Heilbronn und im Mannheimer Raum. Paradoxerweise sind die Ozonwerte in ländlichen Regionen manchmal höher als in Ballungsgebieten.

Denn Ozon reagiert mit Stickstoffoxid in den Autoabgasen und wird dadurch schneller abgebaut. Ozonempfindlichen Personen wird empfohlen, ungewohnte körperliche Anstrengungen und besondere sportliche Ausdauerleistungen im Freien zu zu vermeiden.

Ozon wirkt in erhöhten Konzentrationen als Reizgas auf die Atemwege und kann nach tiefer Inhalation, zum Beispiel bei sportlicher Betätigung die Entstehung entzündlicher Prozesse im Lungengewebe fördern. Die Empfindlichkeit gegenüber Ozon sei dabei sehr individuell ausgeprägt, heißt es in einer Information der Landesanstalt für Umwelt.

Zudem können erhöhte Ozonkonzentrationen in Bodennähe das Pflanzenwachstum beeinträchtigen.

Von Ende April bis September ruft die Landesanstalt für Umwelt die Ozonwerte stündlich in der Zeit von 12 bis 21 Uhr an den Luftmessstationen im Land ab. Die aktuell gemessenen Ozonwerte stehen auf der Internetseite der Landesanstalt unter "Aktuelle Messwerte/Grenzwertüberschreitungen" bereit.

Ozonalarm gab es im Sommer 2015, der zweitwärmste in Baden-Württemberg seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, vier Mal. Davor war das Jahr 2007 das letzte Jahr mit Ozonalarm. Insgesamt hat die Ozonbelastung in Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren aber abgenommen.

Weitere Informationen:

Der Ansagedienst für die Ozonmesswerte ist unter Telefon 0721/56003520 erreichbar.

Info: Ozon

Ozon ist ein farbloses und sehr reaktives Gas. Es spielt in der Erdatmosphäre eine Doppelrolle: Als natürliche Ozonschicht oberhalb von etwa 20 km Höhe (Stratosphäre) schützt es die Erdoberfläche vor schädlicher Ultraviolettstrahlung der Sonne. Rund 90 % des Ozons befinden sich in dieser Schicht. In Bodennähe ist Ozon ein natürlicher Bestandteil der Atmosphäre. Seine natürliche Hintergrundkonzentration liegt bei etwa 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Im Gegensatz zu anderen Luftverunreinigungen gibt es keine direkten künstlichen Emissionen von Ozon. Die Ozonkonzentrationen steigen im Sommer bei hohen Lufttemperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung. Unter diesen Bedingungen bildet sich weiteres Ozon aus Sauerstoff und Ozonvorläufersubstanzen, wie Stickstoffdioxid (NO2) und flüchtige organische Verbindungen. Sie stammen sowohl aus natürlichen als auch aus vom Menschen verursachten Quellen. Etwa die Hälfte der Stickstoffoxide kommt aus dem Straßenverkehr und fossil befeuerten Kraftwerken. Der restliche Anteil stammt zu großen Teilen aus natürlichen Systemen wie Wäldern und der Landwirtschaft oder wird bei der Verwendung von Lösemitteln freigesetzt. Lösemittel finden sich in vielen Produkten, wie in Farben und Lacken, Klebstoffen oder Reinigungsmitteln.