Triberg

In kurzer Zeit drei Rehe von Hunden angefallen

von Karl Volk

Triberg -  "Mein Hund wildert nicht!" Dieser weit verbreiteten Meinung ist so mancher Hundebesitzer. "Leider ein Irrtum", betonen die Jäger der Raumschaft Triberg.

Jeder Hund stamme vom Wolf ab, seinen Jagdtrieb trage deshalb auch jeder Hund in den Genen – und der überkomme ihn in dann oft in "günstigen" Situationen, informieren die Jäger und ergänzen: Dann lebt er ihn aus, wenn er seine Freiheit – im Wald – genießen darf. Da ist er in seinem Element, da spürt er Rehe auf, und die können ihm nicht entkommen. Ein Gefühl für Recht und Gesetz sei ihm nicht beizubringen. Das stört die Jäger, die ihren Beruf als Hüter des Wildes verstehen.

Rudi Hör wird Augenzeuge

Der ehemalige Hegeringleiter Rudi Hör aus Schonach überraschte kürzlich in der Nähe des Wanderwegs bei der Hinteren Vogte in Schonach einen Hund bei seinem schrecklichen Werk, dessen Besitzer selbst darüber nicht weniger erschüttert war als der Jäger.

Vorfall im Gewann Ölberg

Der Schonacher Jäger Cornel Willmann fand ein von einem Hund gerissenes Reh am Gewann Ölberg in Schonach und eines am Panoramaweg in Triberg. In kurzer Zeit drei Rehe, die von Hunden angefallen waren und eines grausamen Todes starben. Es sind unbeschreibliche Bilder, die sich dem Finder darbieten, gerade im Frühjahr, wo die Rehgeißen trächtig sind. Mitleid ist noch der mildeste Ausdruck, um die Stimmung des Jägers in solchen Momenten zu charakterisieren. Dem allem könnte man ohne jede Schwierigkeit entgehen, wenn man Hunde anleinen würde, sind sich die Jäger einig.

An die Pflicht, sie im Wald an der Leine zu führen, wollten die Jäger der Raumschaft Triberg angesichts der genannten Beispiele wieder einmal erinnert haben. Nach der Vorschrift habe der Besitzer dafür zu sorgen, dass sein Hund (seine Hunde) in seinem Einwirkungsbereich bleibt, und es muss sichergestellt sein, dass er seinem Rückkehrbefehl sofort nachkommt und eine Verfolgungsjagd auf Anruf abbricht. Diese Bitte richten die Jäger an die Hundebesitzer der Raumschaft. "Die Freiheit der Hunde in Ehren, das Leben der Rehe aber auch", appellieren sie.