Sulz a. N.

Zu viele Autos in der Innenstadt

von Marzell Steinmetz

Ein Fußgängerzone in Sulz war in der Vergangenheit immer wieder im Gespräch, aber nie ernsthaft weiterverfolgt worden. Studenten hatten diese Idee erneut aufgenommen, als sie sich Gedanken über das Bauernfeindmuseum im Vayhinger-Haus in der Sonnenstraße machten.

Sulz. Die Innenstadt, eventuell mit einer Fußgängerzone, attraktiver zu gestalten, ist ein Thema, das der Gemeinderat nun mit Bürgerbeteiligung angehen will. Wesentlicher Punkt ist eine Verkehrskonzeption, die möglichst allen Belangen gerecht wird.

Mit der Stadtumfahrung konnte zwar der Lastwagenverkehr herausgehalten werden. "Wir haben aber immer noch zuviel Pkw-Verkehr, der durchfährt", stellt Bürgermeister Gerd Hieber fest. Das Ziel müsste sein, den Verkehr so zu lenken, dass nur noch der da sei, der in die Stadt gehöre.

Dies ließe sich dadurch steuern, dass das Durchfahren für die Autofahrer weniger attraktiv gestaltet wird. Das heißt: Der Verkehr müsste deutlich verlangsamt werden, etwa im Bereich des Marktplatzes. Bauliche Maßnahmen werden dann notwendig. Auch fragt sich Hieber, ob man alle Straßen zum Fahren benötigt. Gleichzeitig wäre zu überlegen, wo geparkt wird. Wo stellen die Anwohner, wo die Mitarbeiter ihre Fahrzeuge ab?

Als im April die Fachkommission für Gartenschauen in Sulz war, wurde die Verkehrsberuhigung ebenfalls angesprochen. Auf einer Tafel war eine autofreie Löwenbrücke dargestellt. Hieber sieht auch die Möglichkeit, die Brucktorstraße zu beruhigen. Das sei im Zusammenhang mit dem Bauernfeindmuseum aufgegriffen worden. Dies und generelle Überlegungen, was an Verkehr in der Innenstadt notwendig sei, müssten in ein Konzept eingebunden werden. Noch bevor Entscheidungen gefallen sind, sollen aber die Beteiligten gehört werden. Das sind Gewerbetreibende, Hauseigentümer, Kernstadtbeirat, Anwohner, Vereine, Kirchen und Institutionen. Neben diesen "Akteuren" ist vorgesehen, durch Los eine "Zufallsbürgerauswahl" zu treffen. Etwa zehn Bürger werden dadurch für die Beteiligung gewonnen.

"Das ist neu. Ich bin gespannt, was herauskommt", sagt Hieber zu dem Verfahren, für das die Stadt Fördermittel erhält. Alle Bedarfe zu berücksichtigen, werde aber nicht einfach sein. Hieber: "Dafür haben wir Fachleute. Sie müssen die Ideen in eine umsetzbare Konzeption mitnehmen." Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung werden am Ende dokumentiert und veröffentlicht.

Unter anderem finden Workshops mit den Bürgern statt. Dabei werden auch Bürgermentoren eingesetzt. Vor den Sommerferien haben sie sich auf ihre Aufgaben vorbereitet. Sie übernehmen für einzelne Arbeitsgruppen die Moderatorenrolle. Die Gesamtleitung haben die externen Moderatoren Thomas Uhlendahl aus Freiburg und Ursula Schmid-Berghammer aus Biberach.