Sulz a. N.

Vom Vorderlader zum Mauser Gewehr 98

von Schwarzwälder Bote

Sulz-Holzhausen (ah). Im Jugendclub Holzhausen hielt Hegeringleiter Ludwig Schrägle auf Einladung des Holzhauser Archivs einen Vortrag über die Geschichte von Schusswaffen, besonders des Mauser Gewehrs 98. Rund 120 Millionen Stück gibt es von dieser Waffe, die hauptsächlich in Oberndorf am Neckar hergestellt wurde.

Ein Mauser Karabiner K 98k ist auch Bestandteil des Holzhauser Archivs in Schulhaus. Archivar Herwart Kopp zeigte den Besuchern das Gewehr, das allerdings unbrauchbar gemacht wurde. Schrägle hatte verschiedene Waffen aufgestellt. "Vom Vorderlader über die Zündnadelbüchse zum Mauser Gewehr 98" hieß der historische Vortrag.

Die Geschichte startete in der Zeit, Napoleons. Der württembergische König wollte, dass auch in seinem Land eine Waffenfabrik gebaut wurde. Schrägle zeigte dann die Entwicklung vom Schwarzpulver zum rauchlosen Pulver im Jahr 1880 auf.

Nicht nur in Württemberg, sondern auch in den Nachbarländern wurde die Waffentechnik fort entwickelt. Die Franzosen hatten ihre "Lebel", die Engländer die "Lee Enfield". Wurden in der Anfangszeit die Waffen nach einmaligem Laden zur Zeitfalle, gab es dann stetig Verbesserungen bis hin zum Magazin.

Der Vorgänger des Mauser Karabiner 98 war das Modell 88. Schrägle bezeichnete es als "Skandalgewehr". Zunächst ist es von drei Waffenfirmen produziert und in Spandau gebaut werden. Mit diesem Gewehr habe es viele Unfälle gegeben.

Mauser hatte aufgrund der die Fehlentwicklungen inzwischen die Genehmigung bekommen, in Oberndorf zu produzieren und stellte schließlich eine Waffe her, die am Ende 37 Länder kauften. Der Mauser Karabiner hatte als Gewehr eine Länge von 1.24 Meter, als K98k eine Länge von 1,10 Meter. Bei einer Reichweite von vier Kilometern war es besonders treffsicher, egal ob bei Minus 50 oder bei plus 40 Grad. Schrägle ist überzeugt, dass wohl alle 350 000 Jäger, die es in Deutschland gibt, diese Waffe schätzen.