Sulz a. N.

Bohrungen am Neckar wegen Hochwasserschutz

von Marzell Steinmetz

Sulz - Es ist laut beim Kiosk am Bootssteg. Gleich daneben wird gebohrt. Mitarbeiter der Firma Ingenieurgruppe Geotechnik aus Kirchzarten untersuchen den Baugrund des Neckardamms.

Die Firma arbeitet im Auftrag des Regierungspräsidiums. Die Freiburger Behörde plant zusammen mit der Stadt Sulz Hochwasserschutzmaßnahmen am Neckar.

Der spitze Bohrkopf wird mit einem 50 Kilogramm schweren Gewicht bis zu zwölf Meter in die Tiefe getrieben. Gezählt werden die Schläge, die für zehn Zentimeter benötigt werden. Je mehr dafür erforderlich sind, umso dichter ist das Erdreich. Mit einer weiteren Bohrung wird Material aus dem Boden entnommen und untersucht. Hier geht es nur drei Meter tief.

Die Baugrunduntersuchungen erstrecken sich vom unteren bis zum oberen Wehr. Das sind rund 2,5 Kilometer. Alle 100 Meter finden die Untersuchungen statt, wie Frank Herrmann von der Firma Ingenieurgruppe Geotechnik mitteilt.

Verdacht auf Blindgänger aus dem Weltkrieg

Im Bereich des Edeka-Markts in den Neckarwiesen besteht der Verdacht, dass Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden sind. Hier wird ein Magnetometer eingesetzt. Dieses Gerät registriert, ob im Umfeld von 90 Zentimetern etwas Metallisches vorhanden ist. Die Kampfmitteluntersuchung werde eine Spezialfirma übernehmen.

Die Baugrunduntersuchungen zum Hochwasserschutz sollen Aufschluss über die Beschaffenheit des Damms geben. Daraus werden dann Maßnahmen abgeleitet, ob dieser verstärkt oder erhöht werden muss.

Das Ingenieurbüro aus Kirchzarten wird insgesamt drei Wochen mit den Bohrungen beschäftigt sein. Dabei müssen auch Privatgrundstücke betreten werden. Das Regierungspräsidium Freiburg bittet die Grundstückseigentümern, den Mitarbeitern des Büros für Untersuchungszwecke Zugang dafür zu gewähren.