Sulz a. N.

70 000 Euro für Quartiersentwicklung

von Marzell Steinmetz

Die Stadt Sulz hat erfolgreich am Landeswettbewerb "Quartier 2020" teilgenommen und mit ihren Konzepten ein Preisgeld von 70 000 Euro gewonnen (wir berichteten).

Sulz. Wie dieser Betrag verwendet wird, das erläuterte am Montag Hans-Ulrich Händel, Beauftragter für Bürgerengagement und Bürgerbeteiligung, dem Sulzer Gemeinderat.

An die Quartiersräume beziehungsweise Treffpunkte in Glatt, Dürrenmettstetten, Sigmarswangen und Kernstadt gehen jeweils 6000 Euro (34 Prozent). Dieser Betrag kann investiert werden, etwa in Mobiliar.

Dürrenmettstetten hat sich allerdings noch nicht festgelegt. "Wir finden eine Lösung", meinte Robert Trautwein (CDU). Er warb dabei um das Vertrauen des Gremiums und warnte vor einer Neiddebatte. In Sigmarswangen solle der Genossenschaftsladen unterstützt werden, wie Sabine Breil (FWV) mitteilte. Helmut Pfister hätte sich gern für den Rathausumbau 10 000 Euro gewünscht. Etwas Nutzbringendes soll angeschafft werden, konkret nannte er noch keine Wünsche. Das Preisgeld sei aber ein Ansporn weiterzumachen. Trautwein und andere Stadträte lobten Händel für dessen Einsatz. Er wisse, wo Geld abgerufen werden ­könne.

22 630 Euro (32 Prozent) werden für Personalaufwand und externe Beratung verwendet. Auf Nachfrage von Heidi Kuhring (GAL) teilte Sabrina Glöckler, zuständig auch für Bürgerdienste, mit, dass die Stelle von Händel um zehn Prozent aufgestockt werde. Die Umsetzung der Konzepte sei mit dem derzeitigen Personalstand nicht leistbar.

Weitere 17 400 Euro (25 Prozent) sind für Honorare und knapp 6000 Euro (neun Prozent) für Sachkosten vorgesehen.

Heinrich von Stromberg (CDU) wunderte sich, dass Holzhausen mit seinem geplanten Dorfgemeinschaftsraum nicht an dem Wettbewerb teilgenommen hat und infolgedessen bei der Preisgeldverteilung leer ausgeht. Sabrina Glöckler wies darauf hin, dass sich die Ortsvorsteher mit einem Konzept bewerben konnten. Bürgermeister Gerd Hieber versicherte: "Wir haben keine Meldung unterschlagen."

Die ambulante Wohngruppe im Haus der Betreuung und Pflege Am Stockenberg ist eines der Kernstadt-Projekte zur Quartiersentwicklung. Klaus Schätzle (SPD) hätte alternative Vorschläge, beispielsweise den Marktplatz als "gute Stube der Stadt" zu gestalten. Händel betonte jedoch, dass das Pflegeheim Kooperationspartner und dessen Projekt "gesetzt" sei. Dieses habe auch einen Beitrag dafür geleistet, dass Sulz zu den Preisträgern gehöre.

Das zweite Kernstadtprojekt betrifft die Bürgerbeteiligung in der historischen Innenstadt. Eine Veranstaltung zum Thema "Nachbarn, Menschen, Geschichten" fand dazu kürzlich im katholischen Gemeindehaus statt. Hier gehe es darum, "wie wollen wir gemeinsam leben", erläuterte Hans-Ulrich Händel.

Die Quartiersentwicklung mit Bürgerbeteiligung startet im März mit der Sozialraumanalyse und der Bildung von Lenkungskreisen auf Stadtebene und in den Stadtteilen. Themenschwerpunkte werden Nahversorgung und Treffpunkte sein. Dazu wird es auch eine Fachtagung geben. Es folgen Bürgerdialoge, Bewertungen zu den Fortschritten der Quartiersentwicklung und weitere Tagungen. Abschluss ist im September 2020 mit Ergebnis-Präsentationen.